«Der Ofen hat mein Leben verändert»

Dank neuen, ökologischen Kochstellen setzen Frauen im Nordwesten Kolumbiens jetzt nicht mehr tagtäglich ihre Gesundheit aufs Spiel, während sie Mahlzeiten zubereiten. Dass sie weniger Brennholz brauchen, dankt nicht nur die Umwelt, sondern auch ihr Haushaltsbudget.

Die ganze Wohnung voll mit beissendem Rauch, die Augen brennen, das Feuer lodert, ständig lauert die Gefahr, sich zu verbrennen: Wer mag so schon kochen?

Frauen in Bahía Solano haben oftmals keine andere Wahl. Das Kochen mit Gas ist für viele nicht erschwinglich und deshalb keine Alternative zu den traditionellen Brennholzöfen. Unter der alltäglichen Tortur litten nicht nur die Frauen – auch die Umwelt bekam ihr Fett weg.

Halb so viel Brennholz benötigt

Für 40 Familien in der Gemeinde Bahía Solano gehört das zum Glück der Vergangenheit an. Sie haben mit der Unterstützung von Justino González Valois, technischer Berater von SWISSAID in Kolumbien, energiesparende, ökologische Kochstellen gebaut. Ihren Verbrauch von Brennholz konnten sie so um 30 bis 60 Prozent reduzieren. Auf immer teurer werdende Propangasflaschen können sie getrost verzichten. So rechnen sich längerfristig auch die Kosten für den Bau. Weil die Begünstigten in den Bau der Öfen miteinbezogen wurden, können sie das Wissen an andere Familien weitergeben.

Die Konstruktionen sind durchdacht, bestehen aus drei Herdplatten, einem Schornstein, einer Kammer für das Brennholz, einem Ofen und einer feuerfesten Abdeckung, die verhindert, dass die Hitze zur Köchin gelangt. Auf den neuen Kochstellen lassen sich Speisen warmhalten. Das Essen wird besser, das Kochen macht Spass – wie die Frauen erzählen.

Ernährungssicherheit für die indigene Bevölkerung

Die ökologischen Kochstellen wurden im Zuge eines SWISSAID-Projekts in der Gemeinde Bahía Solano gebaut, das sich den indigen Gruppen widmet. Die Dorfbewohner leben von der Holzgewinnung, der Fischerei und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Ziel ist es, mit der Arbeit in den Bereichen Agroökologie, Umweltschutz, Wertschöpfung und politische Beteiligung für die Bauernfamilien eine vielfältige, dauerhafte und qualitativ hochwertige Ernährungssicherheit zu erreichen.

Mit 90 Franken ermöglichen Sie 25 Bäuerinnen und Bauern, an einem Workshop über agroökologische Techniken teilzunehmen.

Projektnummer: KO 2/15/05

Projektdauer: 28 Monate

Projektkosten: 222'914.-

Begünstigte: Direkt profitieren 446 Familien, indirekt über 2000 Personen, was einem Viertel der Gesamtbevölkerung in der Gemeinde entspricht.