Nein zu Ecopop: Die Initiative nützt der Umwelt nichts und schadet der Entwicklung

Nein zu Ecopop: Die Initiative nützt der Umwelt nichts und schadet der Entwicklung

Bern, 28. August 2014. Die Forderungen der Ecopop-Initiative sind unsinnig. In den armen Ländern des Südens fehlt es nicht an Verhütungsmitteln, sondern an Gesundheitsversorgung, Bildung und Einkommen. Gefördert werden müssen die Stellung der Frauen und ihr Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung. Alliance Sud, die entwicklungspolitische Arbeitsgemeinschaft von Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas und Heks, sowie ihre Partnerorganisationen Solidar Suisse und Terre des Hommes Schweiz sprechen sich gemeinsam mit der Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz für ein Nein zur Ecopop-Initiative aus.

Die Ecopop-Initiative will neben einer radikalen Beschränkung der Einwanderung, dass die Schweiz mindestens 10 Prozent ihres Entwicklungsbudgets für die Familienplanung in den Ländern des Südens ausgibt. Das ist ein untaugliches Mittel im Kampf gegen die vermeintliche «Übervölkerung» des Planeten, sagt Peter Niggli, Geschäftsleiter von Alliance Sud: «Die Geburtenraten nehmen weltweit ab. Die Welt-bevölkerung wächst trotzdem noch bis zur Mitte dieses Jahrhunderts, weil sich die Lebenserwartung in Entwicklungsländern stark verbessert hat.» Die Initianten behaupten, immer noch hätten viele Frauen in armen Ländern keinen Zugang zu Familienplanung und Verhütungsmitteln, weshalb Millionen ungewollt schwanger würden. Daran fehle es jedoch nicht, sagte Niggli. Frauen würden ungewollt schwanger, wenn sie ihre Wünsche nicht gegen ihre Familien und Männer durchsetzen können. Deshalb investiere gute Entwicklungszusammenarbeit in die Stärkung der Stellung der Frau. 

Rupa Mukerji, Mitglied der Geschäftsleitung von Helvetas, berichtet aus ihrem Heimatland Indien: Pro-gramme im Gliedstaat Punjab, die einseitig auf eine Verminderung der Geburtenzahl zielen, bewirken viel weniger als erhofft: «Im Gliedstaat Tamil Nadu hingegen liegt die Geburtenrate kaum höher als in der Schweiz. Der Grund: Dort wurde in die Alphabetisierung der Frauen investiert und deren Stellung in der Gesellschaft gefördert.» 

Weil die Ecopop-Initiative das Thema Familienplanung aus dem Kontext der sexuellen und reproduktiven Rechte herausreisse, engagiert sich die Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz gegen das Volksbegehren. Stiftungsrätin Géraldine Savary (Ständerätin VD/SP): «Familienplanung wirkt nur dann, wenn sie auf den Menschenrechten basiert. Der freie Wille der Frauen, selber entscheiden zu können, ob, wann und wie viele Kinder geboren werden sollen, gehört dazu. Ecopop greift die Familienplanung als Einzelmassnahme zur Stabilisierung der Bevölkerungszahlen heraus, was ein bedenklicher Rückschritt ist.»

Die ausführliche Dokumentation der Medienkonferenz vom Donnerstag, 28. August, finden Sie unter www.alliancesud.ch bzw. www.sexuelle-gesundheit.ch.