Monsanto und die Europäische Union: Der Widerstand lohnt sich!

Monsanto und die Europäische Union: Der Widerstand lohnt sich!

Bern, 18. Juli 2013. SWISSAID freut sich über die Ankündigung von Monsanto, ihre Anträge für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa zurückzuziehen. Die Freude bleibt jedoch verhalten, solange der Druck auf die Entwicklungsländer zum Einsatz von GVO weiter zunimmt. 

Der heutige Meinungsumschwung kommt nicht von ungefähr: Dass Monsanto alle ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau von GVO zurückzuzieht, ist nicht zuletzt das Resultat einer wachsenden Ablehnung gegenüber dem Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in der EU. Dieser Erfolg zeigt, dass die Arbeit, die SWISSAID, andere Verbände und engagierte Bäuerinnen und Bauern seit Jahren in den Kampf gegen GVO stecken, Früchte trägt. Doch Naivität ist fehl am Platz: Monsanto ist weiterhin sehr präsent in der europäischen Union. Auch heute, morgen und übermorgen werden auf spanischen und portugiesischen Feldern Kolben des umstrittenen Gentech-Mais MON810 reifen. Ausserdem werden die EU-Staaten weiterhin Gentech-Soja und -Mais von Monsanto importieren. Die zurückgezogenen Zulassungen betreffen lediglich den Anbau, nicht aber den Import gentechnisch veränderter Produkte. 

GVO sind nicht vom Tisch

Auch in anderen Ländern bleibt das Thema aktuell: SWISSAID Schweiz wird deshalb auch in Zukunft nicht davon ablassen, die Öffentlichkeit auf den mutigen Kampf kleiner Bauernorganisationen hinzuweisen, den diese in Afrika, Asien und Lateinamerika gegen Konzerne wie Monsanto, Syngenta und Co. austragen. Mit dem verheissungsvollen Versprechen, dass GVO die Lösung für das weltweite Ernährungsproblem darstellen würden, werden diese Global Players nicht müde, Bauern weltweit unter Druck zu setzen und sie zum Anbau transgener Pflanzen zu bewegen.

Doch die Bäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens lassen sich nicht blenden: Sie teilen die Meinung zahlreicher internationaler Experten und Wissenschaftlerinnen und sind überzeugt, dass das Rezept gegen den Hunger in einer ökologischen, regionalen und kleinbäuerlichen Produktion liegt. Die aktuelle SWISSAID-Kampagne „Mit Bio gegen den Hunger“ zielt genau in diese Richtung und ist aktueller denn je.