Monsanto erhält „Patent auf geköpften Brokkoli“ - Sammelklage unterschreiben!

Monsanto erhält „Patent auf geköpften Brokkoli“ - Sammelklage unterschreiben!
München 12. 6. 2013 Schon wieder hat das Europäische Patentamt ein Patent auf eine konventionell gezüchtete Pflanze erteilt. Die Monsanto-Tochter Seminis erhält heute ein Patent auf Broccoli, der angeblich leichter zu ernten ist. Damit sind die Pflanzen, das Saatgut des "geköpften Broccolis" sowie eine "Vielzahl von Broccoli-Pflanzen, die auf einem Feld wachsen" für 20 Jahre im Besitz der Monsanto-Tochter. Das Patentamt missachtet damit weiterhin die Kritik aus dem Europäischen Parlament und die über zwei Millionen Unterschriften für ein Verbot der Patentierung von Pflanzen aus herkömmlicher Züchtung. 
 
„Wir rufen dazu auf, sich jetzt an unserem Einspruch gegen das ,Patent auf geköpften Brokkoli’ zu beteiligen. Das Europäische Patentamt und Monsanto sind weiterhin auf Konfrontationskurs mit Öffentlichkeit und Politik“, sagt Christoph Then von „Keine Patente auf Saatgut!“. „Wir werden ein klares Zeichen dafür setzen, dass wir die Monopolisierung unserer Lebensgrundlagen nicht zulassen.“
 
Das Bündnis richtet seine Forderungen auch an die Politik: Der Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts, in dem die Repräsentanten der Staaten sitzen, soll die Auslegung des Patentrechts so ändern, dass Patente auf konventionelle Züchtung ausnahmslos verboten sind. Unterstützung fordert das Bündnis insbesondere von der deutschen Bundesregierung, die sich klar gegen derartige Patente ausgesprochen hat. Allerdings blockiert derzeit die FDP mögliche gesetzliche Änderungen.
 
Wie aus einem Arbeitspapier der Welternährungsorganisation FAO hervorgeht, plant die Industrie derzeit das große Geschäft mit Patenten auf konventionell gezüchtete Pflanzen: Demnach soll bis 2020 der weltweite Umsatz mit diesen Pflanzen von derzeit etwa 700 Millionen US Dollar auf drei Milliarden Dollar gesteigert werden. Dabei stützt sich die Industrie ausdrücklich auch auf die Patente, die vom EPA erteilt werden.
 
Die Organisationen hinter „Keine Patente auf Saatgut!“ befürchten, dass Patente die Marktkonzentration im Saatgutbereich weiter vorantreiben werden und die Grundlagen der Ernährung somit in die vollständige Abhängigkeit von einigen wenigen internationalen Konzernen geraten.
 
Die Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“ wird von Bionext (Niederlande), der Erklärung von Bern, Gene Watch UK, Greenpeace Deutschland, Kein Patent auf Leben!, Misereor, Rete Semi Rurali (Italien), Réseau Semences Paysannes, dem norwegischen Development Fund und Swissaid getragen. Unterstützt von mehreren Hundert Organisationen, setzt sie sich gegen die Patentierung von Pflanzen und Tieren ein.
 
Kontakt:
 
Christoph Then, Tel: 015154638040, info[at]no-patents-on-seeds.org
Tina Goethe, SWISSAID, Tel: 031 350 53 75, t.goethe[at]swissaid.ch
 
 
SWISSAID, Gründungsmitglied der internationalen Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ setzt sich jetzt für einen Sammeleinspruch gegen das Patent von Monsanto ein. Unterschreiben auch Sie die Sammelklage