Syngenta: Monopol auf Reis?

Syngenta: Monopol auf Reis?

Das Schweizer Unternehmen Syngenta ist der grösste Agrochemiekonzern weltweit. Und er ist wahrlich nicht bescheiden: Syngenta behauptet, über 30'000 Gensequenzen der Reispflanze "erfunden" zu haben.

Als der Konzern 2001 zusammen mit der US-Firma Myriad das Reisgenom entschlüsselt hatte, meldete er Monopolansprüche auf grosse Teiles des Reisgenoms bei der Weltpatent- organisation (Wipo), in den USA und der EU an. Doch was Syngenta als "Erfindung" beansprucht, ist schlicht eine Beschreibung der natürlicherweise vorkommenden Gene mit bekannten Methoden.

Patentansprüche auch auf Tomaten und Erdnüsse

Syngenta hat die Aktivität der Gene in den Pflanzen unter bestimmten Bedingungen wie Wachstum, Stress und Krankheiten gemessen und daraus auf deren Eigenschaften wie Stress- und Krankheitsresistenzen geschlossen. Die Patentansprüche des Konzerns sind extrem weit gefasst und erstrecken sich auch auf ähnliche Gensequenzen in anderen Nutzpflanzen, sei dies Weizen, Tomaten, Tabak oder Erdnüsse. 

Die patentierten Gene sind in der konventionellen Züchtung nicht mehr frei verfügbar – ein enormer Bremsklotz für die Züchtung neuer Pflanzen. Langfristig ist damit auch die Ernährungssicherung weltweit bedroht.

Patente aus wissenschaftlicher Sicht eine Anmassung

Diese umfassenden Patente auf Pflanzengene, auch aus wissenschaftlicher Sicht eine Anmassung, zeigen, dass sich Syngenta in keiner Weise um die Konsequenzen ihres Handelns kümmert. Das Geschäft geht vor – selbst wenn es den Kampf gegen Hunger massiv erschweren wird.

Leidtragende dieser breiten Patentansprüche sind Bäuerinnen und Bauern sowie Forschung und Pflanzenzüchtung. SWISSAID hat gemeinsam mit der Erklärung von Bern und Greenpeace den Konzern bereits mehrmals dazu aufgefordert, seine Patentansprüche zurück zu ziehen, zuletzt in einem Gespräch mit Vertretern der Geschäftsleitung. An den wirtschaftlich interessanten Patentanmeldungen hält der Konzern jedoch weiterhin fest.