„Schluss mit Hunger“: Bio statt Gentech für Afrika

 „Schluss mit Hunger“: Bio statt Gentech für Afrika

Bern/Lausanne, 16 Februar 2015. Der Druck auf Afrika, Gentech-Pflanzen anzubauen, nimmt zu. Zum Auftakt der Kampagne «Schluss mit Hunger dank Biolandbau» prangert SWISSAID diese Strategie der Agrarkonzerne an und zeigt sozial und ökologisch sinnvollere Lösungen auf.

In der Schweiz ist der Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen (GVO) aufgrund eines Moratoriums bis 2017 untersagt. Doch die afrikanischen Staaten stehen unter grossem Druck, Gentech zu legalisieren. Eine mächtige Allianz aus Agrarkonzernen, u.a. der Schweizer Syngenta, internationalen Institutionen, einflussreichen Stiftungen wie der Gates Foundation und der US-Diplomatie werfen derzeit ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um der umstrittenen Technologie in Afrika zum Durchbruch zu verhelfen.

So wurde im westafrikanischen Burkina Faso Gentech-Baumwolle mit dem Versprechen zugelassen, die Erträge würden steigen, der Pestizideinsatz dagegen sinken. „Nichts davon traf zu“, sagt Aline Zongo von der durch SWISSAID unterstützten Organisation Copagen. Im Gegenteil: „Das Gentech-Saatgut ist zehn mal teurer, die Felder traditionell arbeitender Bauern werden kontaminiert“. Kurz: „Es ist ein Desaster“.

Der Druck auf die Einführung von Gentech ist indessen nur ein Teil einer Offensive der Agrarkonzerne, mit der sie Afrikas Landwirtschaft industrialisieren wollen. «Unsere afrikanischen Partner setzen sich dagegen zur Wehr, denn so lässt sich das Hunger-Problem nicht lösen“, erklärt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel zum Auftakt der Jahres-Kampagne „Schluss mit Hunger dank Biolandbau“. Diese setzt auf Agroökologie, die in vielen Ländern des Südens hervorragende Ergebnisse zeigt.

Auch eine steigende Zahl von Berichten und internationalen Expertengremien kommt zum Schluss, dass ökologische Landwirtschaft der beste Weg ist, um das globale Ernährungsproblem zu lösen. Dies trifft vor allem für Afrika mit seinen extrem reichen, aber gleichzeitig sehr fragilen Ökosystemen zu. „Dank Bio-Landbau haben viele Bauernfamilien ihre Getreideproduktion um 35 Prozent gesteigert“, sagt Cherno Jalo vom SWISSAID-Büro in Guinea-Bissau.

SWISSAID setzt sich in der Schweiz und international für die Förderung der Agroökologie ein und unterstützt Bio-Projekte in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die dazu notwendigen Spendeneinnahmen beliefen sich 2014 auf 12,25 Millionen Franken, ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2013.  

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