Mehr Transparenz für Erdöl- und Bergbaueinnahmen

Der Niger besitzt einen enormen Reichtum an Bodenschätzen – Uran, Gold und Erdöl. Und dennoch lebt seine Bevölkerung in bitterer Armut. Unabwendbares Schicksal? Nein, sagen die von SWISSAID unterstützten Organisationen.

SWISSAID unterstützt zwei Netzwerke von Organisationen der nigrischen Zivilgesellschaft – ROTAB (Réseau des organisations pour la transparence et l’analyse budgétaire) und GREN (Groupe de réflexion sur les industries extractives au Niger). Diese setzen sich mit beispielhaftem Mut für Transparenz im Rohstoffgeschäft und eine gerechte Verwendung der Einnahmen aus den Bodenschätzen ein.

2011 waren diese beiden Netzwerke besonders aktiv. Gemeinsam engagierten sie sich dafür, dass die Gesetze und Bestimmungen, die die Anwendung der neuen Verfassung regeln, rasch ausgearbeitet werden, vor allem die Artikel über eine transparente Verwendung der Erdöl- und Bergbaueinnahmen. Vorgängig hatten ROTAB und GREN wesentlich dazu beigetragen, dass diese Frage überhaupt in die Verfassung von Niger aufgenommen wurde – eine Premiere in Afrika.

Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt

ROTAB organisierte mehrere Veranstaltungen zur Ausbildung und Sensibilisierung der vom Bergbau betroffenen Gemeinden. Und die Organisation gab eine Studie über die heutige Situation im Rohstoffsektor im Niger in Auftrag, die als Grundlage für das Lobbying der verschiedenen Vereinigungen dienen wird. GREN führte verschiedene Veranstaltungen durch zu den Auswirkungen des Rohstoffgeschäfts auf Gesellschaft und Umwelt.

Mit den Aktivitäten will ROTAB die Ziele der internationalen Kampagne «Publish What You Pay» durchsetzen, der auch SWISSAID angehört: mehr Transparenz im Rohstoffgeschäft. Wer sich für diese Ziele engagiert, erhält als wichtiges Informationsmittel ein Bulletin, das ROTAB verteilt.

Landwirtschaft geht nicht vergessen

In den vergangenen Jahren realisierte SWISSAID im Niger aber unter anderem auch ein Programm für den Bau von Brunnen und die Förderung von Landwirtschaft und Gemüsegärten. Ebenso wichtig ist es jedoch, die Organisationen der Zivilgesellschaft vor Ort zu unterstützen. Denn die Reichtümer des Landes sollen künftig tatsächlich zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen eingesetzt werden.