Hunger ist biologisch abbaubar

Hunger ist biologisch abbaubar

Bern / Lausanne, 12. Februar 2013. Biolandbau schont Böden, Umwelt und Klima. Und er ist in armen Ländern nicht Luxus, sondern ganz einfach intelligente Überlebensstrategie für Bauernfamilien, die von ihrem Land leben müssen. Das Hilfswerk SWISSAID fordert deshalb mit seiner Jahreskampagne klare politische Weichenstellungen, die es dem Biolandbau ermöglichen, sein volles Potenzial zu entfalten und den Hunger zu besiegen.

Für La Ban Naw Rain ist der Fall klar. „Mit ökologischem Reisanbau ernten wir heute auf unserem Feld 50 Körbe Reis.“ Zuvor seien es bloss 30 gewesen – trotz Einsatz von teurem chemischem Dünger und Pestiziden. Die Erfahrung des Bauern aus dem Kachin State im Norden von Myanmar ist beileibe kein Einzelfall. Diverse Studien zeigen eindrücklich auf, wie Bäuerinnen und Bauern in Entwicklungsländern ihre Erträge steigern konnten, indem sie auf ökologische Anbaumethoden umstiegen.

Für das Hilfswerk SWISSAID ist deshalb „Bio“ die richtige Option, um das weltweite Hungerproblem auf nachhaltige Art und Weise anzupacken und zu lösen. „Es geht nicht darum, strikten internationalen Biostandards zu folgen“, erklärt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel die Jahreskampagne des Hilfswerkes, die am Dienstag lanciert wurde. Der Schlüssel zum Erfolg seien lokal angepasste ökologische Anbaumethoden, die kostengünstiger sind als konventionelle Landwirtschaft und langfristig Boden und Wasser sowie das Klima schonen. „Bio ist also in armen Ländern kein Luxus“, so Morel, „sondern schlicht die intelligenteste Überlebensstrategie.“ 

Bio könnte schon heute genug produzieren, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Damit die ökologische Landwirtschaft ihr Potenzial voll entfalten kann, darf man sich nicht nur auf die Steigerung des Ertrags konzentrieren. Es braucht klare politische Weichenstellungen – in der Landwirtschaftspolitik, im Agrarhandel, in der Forschung und auf den Finanzplätzen. Dazu gehören das Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln sowie der Kampf gegen die Produktion von Treibstoffen aus Lebensmitteln wie Mais, Palmöl oder Soja. 

SWISSAID setzt sich in der Schweiz für diese politischen Ziele ein und unterstützt Bio-Projekte in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die dazu notwendigen Spendeneinnahmen stiegen 2012 um 16 Prozent auf knapp 11 Mio. Franken an.

Für weitere Informationen:

SWISSAID ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungs-zusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss. Swissaid beschäftigt weltweit 125 Mitarbeitende, davon 30 in der Schweiz. SWISSAID finanziert sich durch Spenden und wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mitgetragen.

Informationen und Hintergründe zur SWISSAID-Jahreskampagne „Bio besiegt den Hunger“ finden Sie hier.