Patente auf Tausenden von Genen gefährden Pflanzenzucht - SWISSAID
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Medienmitteilung vom 29. Juni 2022

Patente auf Tausenden von Genen gefährden Pflanzenzucht

Bern, 29. Juni 2022 – Ein neuer Bericht der Koalition «No Patents on Seeds» legt dar, wie Saatgutkonzerne natürlich vorkommende Gensequenzen oder zufällige Genmutationen durch Patente monopolisieren. Sie blockieren damit die konventionelle Züchtung und setzen die Ernährungssicherheit aufs Spiel.

Der heute von «No Patents on Seeds» publizierte und dem Europäischen Patentamt (EPA)[1] in einer Aktion übergebene Bericht zeigt auf, wie trotz Verbot der Patentierung konventionell gezüchteter Pflanzen und Tieren nach wie vor Patente angemeldet werden, welche die konventionelle Züchtung betreffen. Syngenta beansprucht in verschiedenen Patentanträgen Tausende von natürlich vorkommenden genetischen Variationen, die für die Züchtung von Nahrungspflanzen wie Sojabohnen und Mais benötigt werden, um deren Resistenz gegen Pflanzenschädlinge zu verbessern. Bayer, BASF, Rijk Zwaan und Co. haben diverse Patentanträge für Tomaten mit einer Resistenz gegen den sogenannten Jordan-Virus eingereicht. Die betreffenden Gene haben die Unternehmen vor allem bei wilden Verwandten der Tomate gefunden. Das Ergebnis dieser gleichzeitigen Beanspruchung der genetischen Anlagen ist ein ‚Patent-Dickicht‘. Dieses blockiert effektiv den Zugang zu dem biologischen Material, das in der traditionellen Züchtung benötigt wird, um die gewünschte Virusresistenz zu erzeugen. Der einst freie Zugang zu vorhandenen Sorten und zu Akzessionen in den Genbanken wird somit für die Züchter*innen stark eingeschränkt.

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