Die beiden vom Bundesrat verabschiedeten Botschaften und manche im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens getätigte Reaktionen über die Internationale Zusammenarbeit (IZA) und die Agrarpolitik 2022+ (AP22+) haben bei SWISSAID und beim SBLV, die den Bäuerinnen-Appell im 2019 zusammen lanciert hatten, Ernüchterung ausgelöst. Der Text der AP22+ ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung in Bezug auf die soziale Absicherung, aber es muss noch mehr getan werden, um die Situation der Bäuerinnen in der Schweiz und weltweit zu verbessern. Darüber hinaus fehlt in der IZA Botschaft eine klare zukunftsgerichtete globale Strategie für die Anliegen der Bäuerinnen.
Die Botschaft zur IZA rückt Themen in den Fokus, die nur am Rande die bäuerliche Existenz betreffen, obwohl im Gesetz «die landwirtschaftliche Produktion zur Selbstversorgung» eine zentrale Bedeutung einnimmt. Für beide Organisationen ist die Geschlechterfrage von strategischer Bedeutung in der Entwicklungspolitik. Die Forderungen der Bäuerinnen sind eine Chance für die IZA, die der Bundesrat nicht ausreichend genutzt hat.
Christine Badertscher (SWISSAID Landwirtschaftsexpertin): «Es sieht für die Bäuerinnen im Süden nicht gut aus. Aber ich werde zusammen mit meinen Kolleginnen alles daransetzen, dass die Forderungen des Bäuerinnen-Appells im Rahmen der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mehr Beachtung finden. Der März ist ein guter Monat für das junge Parlament mit neuen Ideen und Kräften einen Wandel einzuleiten und dem Ziel von 0,7 Prozent für die IZA näherzukommen.»