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A market-ready cabbage produced by farmers at Jabula Village Business Unit (VBU) in Hwange under the Smallholder Agriculture Cluster Programme (SACP).

Neue Studie: Schweizer Entwicklungsprojekte wirken

Akuter Hunger in den Projekten halbiert

Bern, 30. September 2026 – Der Bundesrat will bei der internationalen Zusammenarbeit bis 2030 rund 113 Millionen Franken einsparen. Sechs Schweizer Organisationen legen nun ihre gemeinsame Wirkungsmessung vor, und das Ergebnis ist eindeutig: In ihren Projekten hat sich der akute Hunger innert weniger Jahre halbiert. Der Anteil der Familien, die ganze Tage ohne Essen auskommen müssen, sank von 22 auf 11 Prozent. Wissenschaftlich begleitet wurde der Bericht von der Universität Bern und der ETH Zürich. Für die sechs Organisationen ist klar: Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit muss langfristig angelegt sein, weil sich die Wirkung über die Jahre verstärkt.

Seit 2021 messen Fastenaktion, SWISSAID, Vétérinaires Sans Frontières Suisse, Vivamos, Aqua Alimenta und Skat Foundation gemeinsam und mit Instrumenten der FAO, wie sich die Ernährung der Haushalte in ihren Projekten entwickelt. Seither wurden über 56’000 kleinbäuerliche Haushalte befragt. 

Der Befund ist deutlich. Verglichen mit der eigenen Ausgangslage ging die Ernährungsunsicherheit in 13 von 16 Projekten zurück. Im Schnitt aller 16 Projekte sank sie von 61 auf 41 Prozent. Der Anteil der Haushalte mit akutem Hunger, von der FAO als schwere Ernährungsunsicherheit erfasst, sank von 22 auf 11 Prozent. Litt bei der ersten Messung noch gut jeder fünfte Haushalt darunter, ist es heute etwa jeder zehnte.

 

Die öffentlichen Mittel wirken dabei als Hebel. Die DEZA trägt 2025 12,8 Millionen Franken bei, mit Spenden, Stiftungsbeiträgen und Eigenmitteln erreicht das Programm 45,5 Millionen: Aus einem Bundesfranken werden 3,6 Franken. Gemeinsam mit rund 300 lokalen Partnerorganisationen erreichen die sechs Organisationen damit 2025 1,2 Millionen Menschen in 28 Ländern.

 

Die sechs Organisationen fördern Agrarökologie als Ganzes: Biodiversität auf dem Feld, gesunde Böden und weniger Agrarchemie, aber auch Gemeinschaften, in denen Haushalte Wissen teilen, zusammenarbeiten, gemeinsam einkaufen und sich über Solidaritätsgruppen gegenseitig Kredit gewähren.

 

Neu wird auch die soziale Komponente gemessen

Wie wichtig diese soziale Komponente ist, misst die Haushaltsstudie 2025 zum ersten Mal. Sie hängt ähnlich eng mit der Ernährungssicherheit zusammen wie die Vielfalt auf dem Feld. Haushalte, die vielfältig anbauen und sich zusätzlich in Gruppen organisieren, sind rund ein Viertel seltener von Hunger betroffen, ohne dass dafür zusätzliche Mittel von aussen nötig wären. Weil technisches Wissen allein nicht genügt, begleiten die Partnerorganisationen der Allianz Bäuerinnen und Bauern beim Aufbau von Gruppen und Kooperativen und stärken bestehende Dorfstrukturen, Selbsthilfe- und Solidaritätsgruppen.

 

Nicht überall gelingt es. In je einem Projekt im Tschad, in Mali und in der Côte d’Ivoire nahm die Ernährungsunsicherheit trotz agrarökologischer Arbeit leicht zu. Dort müssen Entwicklungszusammenarbeit, Friedensförderung und humanitäre Hilfe ineinandergreifen.

«Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Aber Wirkung braucht Jahre, nicht eine Saison», sagt Flurina Derungs, Co-Präsidentin der Alliance Sufosec.

 

Vorgestellt wird der Bericht heute an einem parlamentarischen Anlass im Polit-Forum Bern. Ehrengast ist die kenianische Botschafterin in der Schweiz, Fouzia A. Abass. Sie bringt die Sicht Kenias als Partnerland ein.

Kontakt

Delphine Neyaga

Verantwortliche Medienarbeit und Kommunikation in der Westschweiz

+41 21 620 69 73 d.neyaga@swissaid.ch

Michael Brücker

Leiter Marketing & Fundraising

m.bruecker@swissaid.ch
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