Koexistenzregelung ist nicht akzeptabel

Koexistenzregelung ist nicht akzeptabel

SWISSAID lehnt die vom Bundesrat am 30. Januar vorgeschlagene Regelung zur Koexistenz gentechnischer und konventioneller Produktion in der Schweiz ab. Die Schweiz braucht keine Gentechnologie in der Landwirtschaft – und darum auch kein Koexistenzregelung. 

Erst kürzlich haben National- und Ständerat einer Verlängerung des Gentech-Moratoriums bis 2017 zugestimmt. Denn weder die Landwirte noch die Konsumentinnen wünschen gentechnisch veränderte Pflanzen oder Lebensmittel. Sie sehen schlicht keinen Nutzen darin. Auch die Resultate des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59 zeigen, dass der Anbau von Gentech-Pflanzen in der Schweiz keine Vorteile bringt. Warum also jetzt eine Koexistenzregelung?

Teure Koexistenz

Der Bundesrat schickt Vorschläge in die Vernehmlassung, die in der kleinräumigen Schweizer Landwirtschaft nicht praktizierbar sind. Die Warenflusstrennung, die notwendig wird, damit konventionelle oder biologisch produzierte Produkte nicht mit solchen vermischt werden, die gentechnisch verändert wurden, wird nicht nur aufwändig, sondern auch teuer. Die vom Bundesrat vorgesehenen Abstände, die verhindern sollen, dass Pollen von Gentech-Pflanzen nicht auf die Kulturen benachbarter Felder übergreifen, sind unverantwortlich klein gehalten. Rechtsstreitigkeiten zwischen Landwirten sind vorprogrammiert. Die Risiken und Kosten werden letztendlich auf die Konsumenten und Steuerzahlerinnen abgewälzt. Das zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern. 

Schlechte Erfahrungen in Indien

SWISSAID Partnerorganisationen aus Kolumbien und Indien berichten Alarmierendes: So ist in Indien kaum noch gentechfreies Baumwollsaatgut auf dem Markt erhältlich. Das gefährdet die biologische Baumwollproduktion. Und in Kolumbien, ein Ursprungsland des Maises, drohen traditionelle Maissorten durch gentechnisch veränderten Mais verunreinigt zu werden.

Schweiz muss gentechfrei bleiben

Die Schweiz fährt sehr gut mit einer gentechfreien Landwirtschaft. Als Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie ist SWISSAID stolz, zum Gentech-Moratorium beigetragen zu haben. Dies ist auch für die Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, die sich seit Jahren gegen die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel wehren, ein wichtiges Zeichen. Es gibt keinen Grund, die Qualität und Nachhaltigkeit der Schweizer Landwirtschaft durch eine unrealistische Koexistenzregelung zu gefährden. Im Gegenteil, die Schweiz sollte sich langfristig als gentechfreies Land positionieren.