Karitativer Durstlöscher

Im 4-Sterne-Hotel Cresta Palace im Engadin fliesst ein Franken jeder bestellten Karaffe Wasser an Wasserprojekte von SWISSAID. Seither sind die Gäste gerne bereit, für das aufbereitete Tafelwasser ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen.

Opulente Kronleuchter an der Decke, polierte Kerzenständer, üppige Blumensträusse und ein Spa-Bereich mit Panorama-Blick auf die Engadiner Bergwelt: Im Cresta Palace liegen Gedanken an – beispielsweise – die Gemeinde Abala im Sahelstaat Niger in weiter Ferne. Zu gross ist der Gegensatz zur Lebensrealität  afrikanischer Frauen und Männer, die Tag für Tag etliche Kilometer zu Fuss unter sengender Hitze zurücklegen müssen, um Wasser für die Familie zu besorgen. Wasser, welches zum Kochen, Waschen, Viehtränken verwendet wird – und wohlgemerkt alles andere als sauber ist. Durchfall, Krankheit und manchmal gar der Tod sind die Folgen. 

Ein Franken pro Karaffe für SWISSAID

Obwohl zwischen diesen Welten kaum Berührungspunkte bestehen, arbeiten im Cresta Palace mit dem Direktorenpaar Elisabeth und Hanspeter Herren Leute, die den Blick gerne über den Tellerrand heben und ihren Anteil am Kuchen teilen. „Von jeder Karaffe Wasser, die wir unseren Gästen verkaufen, geht ein Franken an ein Trinkwasserprojekt von SWISSAID“, so der Hotelier. 

Mit der in der Wintersaison 2012/13 gestarteten Aktion verfolgt das Cresta Palace zwei Ziele:  „Zum einen können wir ein sinnvolles Projekt unterstützen, zum anderen den Gästen besser vermitteln, warum aufbereitetes Hahnenwasser bei uns nicht gratis ist.“  Zur Arbeit durch das Auf-, Abtragen und Reinigen des Kruges kommt  der Ersatz zerbrochener Karaffen.  Zudem werde im Cresta Palace kein normales Hahnenburger aufgetischt: „Wir servieren gekühltes Granderwasser mit oder ohne Kohlensäure, also Engadiner  Bergquellwasser, welches nach der Methode des Naturforschers Johann Grander aufbereitet wurde.“ So schmecke es samtiger, reiner, erklärt der Hausherr und lehnt sich im bequemen Sessel zurück. Nebenan bereitet das Personal im hohen Jugendstilsaal alles für den Nachmittagstee vor. 

Die Spende versickert nicht

Rund 6000 Franken sind durch die Wasseraktion bis jetzt zusammengekommen. Dass SWISSAID begünstigt wurde, ist kein Zufall: „Ich kenne Menschen, die seit Jahren mit SWISSAID zusammenarbeiten und viel über die Organisation wissen. Sie haben mir versichert, dass SWISSAID schlanke Strukturen habe und der Grossteil des Spendenertrages wirklich in die Dritte Welt  fliesst. Das ist mir sehr wichtig.“ 

Hanspeter Herren streicht da ein Tischtuch glatt, richtet dort ein verrutschtes Messer aus und grüsst jeden Gast, der ihm auf dem dicken Teppich entgegenkommt. Er ist ein aufmerksamer Gastgeber mit Blick für die kleinen Details, wie auch für das grosse Ganze. Viele seiner Gäste kommen seit Jahren. „Das wichtigste an diesem Beruf ist, dass man Menschen mag. Es ist kein gewöhnlicher Beruf mit Feierabend um 17 Uhr – für mich und meine Frau ist es eine Berufung.“

http://www.crestapalace.ch/