«Jetzt kann ich sogar sparen»

Wenn die Bevölkerung den Reis nicht mehr kaufen muss, sondern selber anbaut, reicht das Geld für andere wichtige Ausgaben – etwa für brandsichere Blechdächer.

Die Erfolge im Anbau von gut verkäuflichem Gemüse – beispielsweise Süsskartoffeln, Maniok oder Zwiebeln – waren ermutigend. Doch die prekäre Ernährungssituation machte den Bauernfamilien immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Grossteil des erwirtschafteten Einkommens floss in den Kauf von Reis. Dies stellten SWISSAID und die Partnerorganisationen in Guinea-Bissau fest.

Daher beschlossen sie, wieder stärker auf den Reisanbau zu setzen und die Eigenproduktion zu steigern. Damit würde die finanzielle Belastung für die Bauernfamilien verringert, und die Bevölkerung wäre nicht mehr machtlos den steigenden Preisen für Reis ausgeliefert, der zu über 60 Prozent importiert wird.

Der Reisanbau hat in diesem westafrikanischen Land aber noch einen weiteren Vorteil: Die Nutzung der brachliegenden Flächen im Tiefland vermindert den Wanderfeldbau, der auf Brandrodung und Abholzung basiert.

Die Vorräte gingen im Feuer auf

Eine externe Evaluation belegte 2016 die Wirksamkeit dieser neuen Strategie in der Gemeinde Contuboel, wo SWISSAID die Organisation Alpacof unterstützt. Indem sowohl Reis als auch Zwiebeln angebaut werden, konnten die Lebensbedingungen von 2063 Personen in 16 Dörfern deutlich verbessert werden. Die Präsidentin der Frauengruppe zeigt sich begeistert: «Ich muss kein Geld mehr für Reis ausgeben und kann sogar sparen. In unserem Dorf waren die Häuser früher mit Stroh bedeckt. Immer wieder gab es Brände, und das Feuer zerstörte unsere Lebensmittelvorräte. Jetzt haben wir uns Blechdächer leisten können – all das dank Reis und Zwiebeln!»

Die Evaluation zeigt, dass sich unterdessen alle besuchten Dörfer selbst mit Reis versorgen. Möglich wurde dies dank besseren ökologischen Anbaumethoden und der Produktion von angepasstem Saatgut – beides führt zu ertragreicheren Ernten.

Durch den Zwiebelanbau erwirtschaften die Frauen ein beachtliches Einkommen, das nicht nur reicht, um den unmittelbaren Bedarf zu decken. Sie nutzen den Erlös auch, um als weitere Beschäftigung mit der Aufzucht von Schafen und Ziegen zu beginnen. Dieser Erfolg, der dank gezielter Unterstützung möglich wurde, ist ein entscheidender Schritt hin zu einer Diversifizierung der Anbaukulturen und zur Ernährungssouveränität. Das sind Veränderungen, die bleiben.

Ihre Spende wirkt

Mit 203 Franken finanzieren Sie in Guinea-Bissau beispielsweise den Bau von Dämmen, die für die Wasserstandregulierung auf einem Reisfeld benötigt werden. Ein 5-tägiger Kurs in Gemüseanbau kostet pro Bäuerin 65 Franken, wobei die externe Evaluation zeigte, dass mit durchschnittlich 50 Franken pro begünstigte Person allein der Zwiebelanbau schon 150 bis 800 Franken pro Kopf einbringt.  

 

Projektcode: GB 2/16/05

Projektdauer: 30 Monate  

Projektkosten: 160'940 Franken 

Anzahl direkte Begünstigte: 2063 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern