Ehrgeizige Jatropha-Pläne in Indien

Ehrgeizige Jatropha-Pläne in Indien

Zur Gewinnung von Ethanol und Biodiesel sollen in Indien vor allem Zuckerrohr und die vielgepriesene „Wundernuss“ Jatropha angebaut werden. Allein für die Bepflanzung mit Jatropha-Sträuchern plant die indische Regierung die Nutzung von elf Millionen Hektar Land.

Die hierzulande als Purgiernuss bekannte Jatropha hat nach dem Dafürhalten der Regierung den Vorteil, dass sie den Anbau von Nahrungsmitteln nicht verdrängt. Denn sie wachse auf kargem Land und somit müsse für die Treibstoffproduktion kein wertvolles Ackerland geopfert werden.

Sträucher müssen gedüngt werden

Doch das angeblich ungenutzte „Ödland“ dient der lokalen Bevölkerung vielfach als Weideland oder zum Sammeln von Holz und essbaren Pflanzen. Zudem ist der Jatropha-Anbau erst dann rentabel, wenn die Nusssträucher bewässert und möglichst auch gedüngt werden. Gerade Wasser ist in den betroffenen Gebieten jedoch schon jetzt Mangelware.

Wie in anderen Ländern bereits geschehen, droht der indischen Landbevölkerung durch die Anlage riesiger Jatropha-Plantagen die Vertreibung und der Verlust des gemeinschaftlich genutzten Landes. Im indischen Bundesstaat Chattisgad, wo SWISSAID mit lokalen Gemeinschaften zusammenarbeitet, hat die Regierung Millionen von Hektaren Land ausgewiesen, das sich für den Jatropha-Anbau eignen soll.

Kostenloses Saatgut als Motivation

Auch grosse Waldgebiete gehören zu den als „ungenutztes Ödland“ bezeichneten Flächen. Mit verbilligtem oder gänzlich kostenlosem Saatgut werden arme Kleinbauern motiviert, Jatropha-Pflanzungen anzulegen.

Auch indigene Gemeinschaften, mit denen SWISSAID-Partner in Chattisgad arbeiten, sind von den Jatropha-Plänen der Regierung betroffen. Bis jetzt konnten sie sich erfolgreich gegen den Jatropha-Anbau wehren, um den für sie lebenswichtigen Wald zu erhalten.

Die von SWISSAID unterstützten ethnischen Gruppen bemühen sich um Landrechte, die ihnen ermöglichen, genug Nahrung für ihre Familien anzubauen und um das Recht, die von ihnen bewohnten Wälder zu bewirtschaften. Der Kampf der indigenen Gemeinschaften um Landnutzungsrechte wird durch die Jatropha-Pläne der Regierung erheblich erschwert.

Bild: Wiki Media