Ein Missstand – drei Forderungen

SWISSAID und der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) lancieren gemeinsam die Bäuerinnen-Kampagne. In einem Appell fordern wir die Politik dazu auf, die soziale Sicherheit für Bäuerinnen in der Schweiz und weltweit zu stärken. Drei Forderungen an die Internationale Zusammenarbeit (IZA) stehen im Zentrum der Kampagne.

1) Die Arbeit der Bäuerinnen muss zum Schwerpunktthema der IZA-Botschaft erklärt werden.


In vielen Entwicklungsländern ist der Anteil der Menschen, die von der Landwirtschaft leben, immer noch sehr hoch. Bäuerliche Familienbetriebe sind die grössten Arbeitgeber der Welt und für die Entwicklung zentral. Dabei spielen insbesondere die Bäuerinnen eine grosse Rolle. Oft sind sie es, die für die Versorgung der Familie mit Nahrungsmitteln zuständig sind. Die Schweizer IZA soll sich deshalb in ihren Projekten dafür einsetzen, dass die Bedingungen für die Bäuerinnen verbessert werden.

Das tut SWISSAID: SWISSAID setzt seit Jahrzehnten agroökologische Projekte zusammen mit bäuerlichen Familienbetrieben, insbesondere mit den Bäuerinnen, um. Dank modernen, günstigen und ökologischen Anbaumethoden sowie angepasstem Saatgut gelingt es, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern. Das bedeutet längerfristig eine bessere Ernährungssicherheit.

Beispiel aus Guinea-Bissau: SWISSAID bietet den Frauen in Guinea-Bissau Kurse für ökologische Landbaumethoden an. Dabei lernen diese selber Kompost herzustellen sowie Methoden zur Bewässerung nutzen und können somit ihre Ernten steigern. Dadurch verbessern sie die Ernährungssicherheit und können Überschüsse auf dem Markt verkaufen.

 

2) Die Rechte der Bäuerinnen, insbesondere die Landrechte, sollen gestärkt werden.


Frauen müssen Zugang zu Landnutzungsrechten haben, damit sie ihre Familie mit Lebensmitteln versorgen können. Ebenfalls wichtig ist die Bildung. Insbesondere in ländlichen Regionen haben die Frauen oft nur ungenügend Zugang zu Bildung. Nicht zuletzt sorgen traditionelle Rollenbilder dafür, dass auf dem Land die Mädchen oft keine Schulbildung erhalten. Gleichberechtigung und Zugang zu Bildung müssen für die IZA der Schweiz im Vordergrund stehen.

Das tut SWISSAID: In Afrika erwirtschaften Frauen beispielsweise rund 80 Prozent der Grundnahrungsmittel. In Südostasien leisten sie 90 Prozent der Arbeit in der Produktion von Reis. Trotz all dem haben Frauen kaum Zugang zu Krediten, Land oder Bildung. Hier setzt SWISSAID an und setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte der Bäuerinnen ein.

Beispiel aus dem Tschad: SWISSAID führt Sensibilisierungskampagnen durch, in denen Dorfchefs über den Zugang zu Land für Frauen sensibilisiert werden. Geklärte Besitz- und Landnutzungsrechte sind für die Frauen essentiell. Das Ziel ist, dass die Dorfchefs den Frauen das Land langfristig zur Nutzung zur Verfügung stellen.
 

3) Die Schweizer IZA soll die politische Mitbestimmung der Bäuerinnen fördern.

    Die politische Mitbestimmung der Frauen in bäuerlichen Organisationen ist enorm wichtig für die Emanzipation und ein selbstbestimmtes Leben der Bäuerinnen. Die Rechte der Frauen auf Mitsprache in der Gesellschaft müssen deshalb unbedingt auch auf dem Land gestärkt und gefördert werden.

    Das tut SWISSAID: Die Mitbestimmung der Frauen in der Gesellschaft ist für die Entwicklung enorm wichtig. Deshalb setzt sich SWISSAID seit vielen Jahren für eine bessere Integration der Frauen in der Gesellschaft ein. Viele Projekte von SWISSAID setzten auch gezielt auf die Stärkung lokaler Bäuerinnenorganisationen.

    Beispiel aus Myanmar: SWISSAID organisiert Workshops zur Stärkung der Frauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Frauen ihre Fähigkeiten aufbauen und nutzen können, um in ihren Haushalten und Gemeinschaften die Beteiligung an Entscheidungsfindungen zu verbessern. Frauen, die eine Führungsrolle in ihren Gemeinden übernehmen, sind Vorbild und Inspiration für andere Frauen. Das Ziel des Projekts ist eine Verhaltensänderung zugunsten der Geschlechtergerechtigkeit. Damit dieses Ziel erreicht werden kann ist es wichtig, auch mit den Männern und mit Jugendlichen zusammen zu arbeiten. Deshalb werden auch Workshops für Männer durchgeführt. Somit können Normen hinterfragt und langfristig Veränderungen bewirkt werden.

    Unterstützen Sie den Bäuerinnen-Appell!