100 Quadratmeter Wald am Paradeplatz reichen nicht: Der Finanzplatz Schweiz muss klimafreundlicher werden

100 Quadratmeter Wald am Paradeplatz reichen nicht: Der Finanzplatz Schweiz muss klimafreundlicher werden

Zürich, 15. März 2019. Der Schweizer Finanzplatz verursacht durch seine Investitionen über 1100 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Der ungebremste Ausstoss von Treibhausgasen hat gerade für die Länder des Südens verheerende Folgen. Junge Aktivistinnen und Aktivisten haben deshalb am Tag des Klimastreiks symbolisch 100 Quadratmeter Wald auf dem Paradeplatz gepflanzt. Um die Emissionen, welche der Finanzplatz mit seiner Investitionsstrategie generiert, zu kompensieren, müsste das Waldstück jedoch 270 Millionen Mal so gross sein! Zeit, den Schweizer Finanzplatz in die Pflicht zu nehmen.

Allein die Schweizer Nationalbank verursacht mehr CO2-Äquivalente als die gesamte Schweiz! 1100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente finanziert der Schweizer Finanzplatz jedes Jahr. Das ist mehr als das 22-fache dessen, was die Schweiz im Inland verursacht. Während weltweit Menschen auf die Strasse gehen und fürs Klima streiken, scheint der Klimawandel für die Verantwortlichen im Finanzsektor nicht mehr als eine müde Randnotiz zu sein. Dabei würde sich ihr Interesse sogar auszahlen: Bereits heute liessen sich durch eine klimafreundlichere Investitionsstrategie bessere Finanzergebnisse in der Jahresrechnung erzielen. Leider wird diese in jeder Hinsicht zukunftsfreundlichere Strategie nicht umgesetzt. Im Gegenteil: Die grössten Schweizer Finanzakteure investieren ohne Wimpernzucken weiter in klimaschädliche Fonds und Firmen – mit verheerenden Auswirkungen für die ärmsten Länder. Ein Bericht von Greenpeace Schweiz hat offengelegt, dass die Credit Suisse im Jahr 2017 mit 82,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten zu den schlimmsten Klimasündern der Branche gehört.

Zur Verdeutlichung dieses Irrsinns hat der Verein SWISSAID Zürich zu Gartenwerkzeug und Taschenrechner gegriffen: Um die CO2-Emissionen des hiesigen Finanzplatzes zu kompensieren, wäre eine Waldfläche nötig, die 270 Millionen Mal so gross ist wie die 100 Quadratmeter Wald, welche die Aktivistinnen und Aktivisten heute früh auf dem Paradeplatz gepflanzt haben. SWISSAID Zürich unterstützt deshalb die Forderungen der Klimastreikenden und verlangt, dass auch der Finanzplatz Schweiz grüner werden muss!

Video der Aktion

Weitere Informationen

Fabian Molina, Präsident des SWISSAID-Vereins Zürich, Tel. 079 781 12 28

Berechnungsgrundlage: 100 Quadratmeter Schweizer Wald speichern jährlich ca. vier  Tonnen CO2 pro Jahr. Um nun die 1100 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente des Finanzplatzes Schweiz zu kompensieren, müsste man jährlich eine Fläche von 2/3 der Schweiz aufforsten, um das jährlich emittierte CO2-Äquivalent des Schweizer Finanzplatzes zu speichern. Dies entspricht 270 Mio. mal den 100 Quadratmetern auf dem Paradeplatz.

SWISSAID Zürich ist ein gemeinnütziger Verein, der sich im Raum Zürich für entwicklungspolitische Anliegen und für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Es besteht ein Zusammenarbeitsvertrag mit SWISSAID, der Schweizerischen Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit.