Höchste Zeit für einen gerechten Lohn und eine soziale Absicherung für Frauen in der Landwirtschaft

Höchste Zeit für einen gerechten Lohn und eine soziale Absicherung für Frauen in der Landwirtschaft

Bern, 5. März 2019. SWISSAID ruft im Rahmen der Vernehmlassung zur Agrarpolitik 22+ den Bundesrat dazu auf, für eine Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Stellung der Frau in der Landwirtschaft einzutreten. Desgleichen weist SWISSAID auf das Potenzial hin, welches in klimagerechten, gentechfreien, nachhaltigen Produktionssystemen sowie im fairen Handel liegt.

Die Situation der Frauen in der Landwirtschaft ist auch in der reichen Schweiz nicht immer einfach. In der Schweiz arbeiten viele Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben ohne Lohn, ohne soziale Versicherung. Theoretisch gleichberechtigt, sind sie deshalb oft die Verliererinnen, wenn es beispielsweise zu einer Trennung kommt. Christine Badertscher, SWISSAID Landwirtschaftsexpertin stellt fest: «Es ist höchste Zeit für eine korrekte soziale Absicherung für Frauen in der Schweizer Landwirtschaft. Wann, wenn nicht im Rahmen der AP22+, wollen wir die Weichen für eine sozialgerechte Zukunft der Schweizer Landwirtschaft stellen?»

Nun schlägt das Bundesamt für Landwirtschaft für die AP 22+ vor, die soziale Vorsorge als eines der Kriterien zum Bezug von Direktzahlungen zu definieren. SWISSAID begrüsst die bessere Absicherung von Partnerinnen und Partnern. Somit wird beispielsweise eine bessere Altersvorsorge und im Falle einer Lohnzahlung auch eine Mutterschaftsentschädigung ermöglicht. Die Sozialversicherungen sind auch ein Risikoschutz bei Krankheit oder Unfall, von dem der ganze Betrieb profitiert. Es ist höchste Zeit, dass alle politischen Partner an einem Strick ziehen und dem Gesetzesvorhaben zum Erfolg verhelfen.

SWISSAID unterstützt die Frauen hier wie dort in ihrem Streben nach gleichen Rechten

SWISSAID setzt sich in ihren Projektländern für die Kleinbäuerinnen ein. Auch dort herrscht eine mangelnde Anerkennung der Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft. Ihre Rechte sind je nach Land teils oder sehr eingeschränkt. Dass Veränderungen möglich sind, zeigt die Arbeit von SWISSAID in Tschad. Dorcas Ndigueroïm, Bäuerin aus dem Tschad: «Die Frau hatte früher kein Recht darauf, von ihrem Mann oder Vater Land zu erben. Wir haben das Bewusstsein der Frauen für den Zugang zu Land geschärft, und so konnten einige Frauen Land entweder von ihren Ehemännern, den Dorfchefs oder sogar als Erbe von ihren Vätern übernehmen.»

Für SWISSAID ist eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft der Schweiz wichtig, die klimafreundlich, sozial verträglich und wirtschaftlich rentabel ist. Dabei sind insbesondere faire Produzentenpreise entscheidend. Im Zentrum stehen die Förderung der Biolandwirtschaft sowie eine regionale Lebensmittelversorgung mit einer engen Bindung zwischen Produzentinnen und Konsumenten. Ein nachhaltiger bewusster Konsum ist wegweisend.

Kontakt:
Christine Badertscher, Verantwortliche Ernährungssouveränität, Tel. 079 583 69 03