«Harte Arbeit, Hingabe, Willen»

Die Ernährung ist mangelhaft, die Schulbildung auf wenige Jahre beschränkt, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft erstickt in Hunger und Misere – wer will da in den entlegenen Dörfern Nicaraguas leben? Doch immer mehr Bauernfamilien schöpfen Zuversicht, dank neuen Anbaumethoden.

Die Dörfer und Weiler im Norden Nicaraguas liegen weitab dessen, was wir mit dem Begriff «Zivilisation» verbinden. Internet? Fehlanzeige. Auf den ärmlichen Höfen der Region Matiguás schaffen es die Bauernfamilien nicht einmal, genug für den täglichen Bedarf anzubauen. Von sauberem Trinkwasser oder Strom können die meisten bloss träumen, und man bleibt am besten gesund. Denn weder Arzt noch Hebamme finden den Weg in die Gemeinden, zumal viele Dörfer bloss zu Fuss erreicht werden können.

Eliseo Castro aus San Pablo, rund 90 Kilometer von der nächstgrösseren Stadt Matagalpa entfernt, freut sich trotzdem jeden Abend auf den nächsten Tag. Dieses Glück hat sich der junge Bauer selber gezimmert. Nach der Trennung seiner Eltern mussten er und seine Brüder selber für sich und die Mutter sorgen. Anstatt in die Schule zu gehen, säten sie Bohnen und Mais auf einigen Äckern, die ihnen ihr Vater überliess. Mit dem Gewinn kauften sie sechs Kälber, die sie auf den Feldern des Vaters grasen liessen. Keine zwei Jahre später konnten sie das Vieh verkaufen und dafür im Namen der Mutter zwei Hektar Ackerland erstehen. Davon kann die Familie leben.

Die Ernte fast verdoppeln

Wie war ein solches Wunder möglich? «Der Erfolg von Eliseo basiert auf harter Arbeit, Hingabe und dem Willen, der Armut zu entfliehen», erklärt die Projektleiterin Marina Flores bei SWISSAID-Nicaragua. Er selber sagt, «das Projekt ist eine grosse Hilfe. Ohne die Schulungen hätte ich keine Chance gehabt. Heute mache ich mir keine Sorgen mehr, denn ich weiss, dass meine Zukunft in der Finca liegt.»

In Kursen lernte Eliseo zusammen mit anderen Bauern aus dem Dorf die Methoden der Agroökologie kennen. Beispielsweise die Herstellung von Biodünger und Pflanzenschutzmitteln. Oder wie man einen Garten bestellt, in dem viele verschiedene und einheimische Gemüsesorten wachsen, damit die Mangelernährung keine Chance hat. Die Bauernfamilien können mit den neuen Methoden die Ernte von Kaffee, Kakao, Mais und Bohnen um die Hälfte steigern.

Wovon träumt Eliseo heute? «Ich möchte ein Haus bauen, heiraten und Kinder haben. Aber ich werde immer so gut ich kann für meine Mama sorgen.»

Ihre Spende wirkt

Mit 80 Franken ermöglichen Sie in Nicaragua beispielsweise einer Bäuerin oder einem Bauern einen Kurs zu den Themen Boden- und Wasserschutz, Land- und Forstwirtschaft oder Agroökologie. Dank Ihrer dringend benötigten Unterstützung finden weitere junge Familien einen Weg aus der Misere.

Projektnummer: NC 2/16/11

Projektkosten: 156‘180 Franken

Laufzeit: 24 Monate

Begünstigte: Direkt: 245 Produzentinnen und Produzenten. Indirekt: 1'140 Frauen und Männer.