Ein Gentech-Moratorium gibt es auch in Benin

Ein Gentech-Moratorium gibt es auch in Benin

Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das ein Gentech-Moratorium erreicht hat. Dasselbe gilt für das westafrikanische Benin, wo nächstes Jahr das zweite fünfjährige Moratorium ausläuft.

Im Anschluss an einen nationalen Workshop mit Wissenschaftlern, Vertretern der Bauern, Landwirte und des Landwirtschaftsministeriums sowie Forschungsinstituten entschieden sich die Behörden Benins 2002 für ein Moratorium, um mehr über Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu erfahren und sich und die grossmehrheitlich bäuerliche Bevölkerung zu informieren. „In diesen fünf Jahren übten Syngenta, Monsanto und andere Unternehmen ständig Druck auf die Behörden aus“, sagt Jeanne Zoundjihekpon, Genetikdozentin an der Universität Cotonou in Benin. „Wir sind den Behörden dankbar, dass sie diesem Druck widerstanden haben.“

Behörden respektieren Beschlüsse

Am Ende des ersten Moratoriums 2007 wurde eine Zwischenbilanz gezogen und ein weiteres fünfjähriges Moratorium beschlossen, das nächstes Jahr ausläuft. „Auch dieses Mal machten die Behörden mit und respektierten die an einem nationalen Workshop getroffene Entscheidung, das Moratorium zu verlängern“, sagt Jeanne Zoundjihekpon weiter. Sie ist im Übrigen Programmverantwortliche von GRAIN in Westafrika, einer Organisation, die von SWISSAID unterstützt wird. Letztes Jahr gewann GRAIN den Alternativen Nobelpreis für den Kampf gegen Landgrabbing und für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern in der Dritten Welt (www.grain.org).

Wie in der Schweiz, setzten Syngenta und Monsanto die Behörden in Benin ständig unter Druck. Bill Gates als grosser Befürworter einer Hightech-Landwirtschaft in Afrika reiste persönlich ins Land, und seine Stiftung finanziert Forschungsprogramme im Rahmen der Allianz für eine grüne Revolution in Afrika (AGRA). Die von SWISSAID unterstützte Koalition für den Schutz des genetischen Erbes in Afrika (COPAGEN), bei der sich Jeanne Zoundjihekpon als Vorkämpferin engagiert, kritisierte die AGRA und ihre Bestrebungen, dem Agrobusiness und der Gentechnik in der Landwirtschaft in Afrika Tür und Tor zu öffnen.

Der Kampf geht weiter

Heute setzt sie alles daran, dass in Zukunft ganze Generationen über Gentechnik Bescheid wissen. „Wir als Organisationen der Zivilgesellschaft, aber auch die Wissenschaftler, müssen weiterkämpfen und Studierende ausbilden, die später unsere Aufgaben übernehmen.“ Im Dezember werden Studierende aus ganz Westafrika in Cotonou an Kursen teilnehmen, an denen ihnen alle notwendigen Instrumente vermittelt werden, um den Kampf fortzusetzen.