Neue Propagandakampagne für den „Golden Rice“

Neue Propagandakampagne für den „Golden Rice“

SWISSAID, zusammen mit weiteren Organisationen, bedauert die neue mediale Offensive der Golden-Rice-Befürworter. Der Gentech-Reis wurde mit einem Gen zur Produktion von Vitamin A versehen und soll so dem Vitaminmangel, der Blindheit und Tod verursachen kann, entgegenwirken. Aber anstelle von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden von den Befürwortern nur propagandistische und ethisch fragwürdige Argumente zur schnellen Zulassung dieses gentechnisch veränderten Reises ins Felde geführt, indem Nichtregierungsorganisationen für die ausbleibende „Hilfe“ durch Golden Rice verantwortlich gemacht werden. Die Fragen zu den Umwelt- und Gesundheitsrisiken sind jedoch weiterhin ungenügend untersucht. Erstaunlicherweise bleibt ebenfalls der wichtigste Punkt für die Betroffenen unbeantwortet, nämlich ob mangelernährte Menschen das „goldige“ Vitamin A des Maises auch tatsächlich aufnehmen können. Somit wirft die aggressive Rhetorik die Frage auf, ob nicht auch noch andere, ökonomische Interessen verfolgt werden. Soll man tatsächlich ein hochriskantes, nicht mehr umkehrbares Experiment am global wichtigsten Grundnahrungsmittel - gegen den Widerstand der Lokalbevölkerung - wagen, wenn in erster Linie Armut als Ursache der Mangelernährung bekämpft werden sollte?

Gegen Vitamin-A-Mangel gibt es sehr viele erprobte, günstige und nachhaltige Rezepte. Die ökologischen Landwirtschaftsprojekte von SWISSAID beispielsweise ermöglichen den Familien eine gesunde, ausgewogene und regelmässige Ernährung und erst noch einen Zusatzverdienst.