„Glenstrata“-Fusion: SWISSAID fordert Transparenz

„Glenstrata“-Fusion: SWISSAID fordert Transparenz

Die Fusion der Zuger Rohstoffkonzerne Glencore und Xstrata lässt einen Mega-Konzern mit immenser Marktmacht entstehen. Nun muss die Politik handeln, denn das Geschäftsgebaren der Rohstoff-Branche stellt ein grosses Risiko dar für das Image unser Land. In erster Linie braucht es mehr Transparenz.

209 Milliarden Dollar Umsatz wird der neue „Glenstrata“-Konzern machen, sofern die Aktionäre von Xstrata und die Wettbewerbsbehörden der grössten Fusion im Bergbau zustimmen. Damit wird der neue Konzern zum weitaus grössten Schweizer Unternehmen, das rund um den Globus über Dutzende von Minen und Tochtergesellschaften verfügt. Ein kaum durchschaubares Labyrinth von Aktivitäten, viele davon in Entwicklungsländern, die von der Ausbeutung ihrer Bodenschätze oft nur wenig profitieren. Zudem kommt es immer wieder zu Verstössen gegen Menschenrechte und Umweltnormen.

Image-Problem für die Schweiz

Dieses Geschäftgebaren schadet nicht nur der Bevölkerung in den Ländern, in denen sie tätig sind. Es stellt auch für die Schweiz ein Image-Problem dar, da sie mit dem Verhalten ihrer Konzerne identifiziert wird. Die Schweizer Politik muss deshalb umgehend handeln und Rohstoff-Konzerne enger an die Leine nehmen. In erster Linie braucht es mehr Transparenz, vor allem in der Rechnungslegung. So müssten Rohstoff-Konzerne verpflichtet werden, pro Land über ihre Tätigkeit Rechenschaft abzulegen und sämtliche Zahlungen an Regierungen, ihre Umsätze und Gewinne und andere Kennziffern offen zu legen.

Diese Transparenz ist erstens ein gutes Mittel gegen die Korruption, denn es ermöglicht der Bevölkerung der Gastländer zu erfahren, wie viel Geld ihre Regierungen mit den Bodenschätzen des Landes einnehmen. Dies ist auch das Ziel der EITI-Initiative (www.eiti.org), die SWISSAID seit langem unterstützt. Zudem können mit einer länderweisen Rechnungslegung die Tricks von multinationalen Konzernen besser entdeckt werden, mit denen sie ihre Gewinne in Steueroasen verschieben und damit den Entwicklungsländern dringend benötigtes Geld entziehen.

Verbindliche Regeln gefordert

Bundesrat und Parlament sollten deshalb umgehend Massnahmen an die Hand nehmen, um das so genannte „Country-by-Country-Reporting“ einzuführen. Daneben braucht es auch verbindliche Regeln, um Verstösse gegen Menschenrechte und Umweltnormen weltweit verhindern und ahnden zu können – nicht nur für Rohstoff-Konzerne, sondern für alle multinationalen Firmen. Dies verlangt auch die von SWISSAID unterstützte Kampagne Recht ohne Grenzen. Die Petition an Bundesrat und Parlament können Sie unter www.rechtohnegrenzen.ch unterzeichnen.