Alles andere als gleichgültig: Das Thema Gleichstellung

Alles andere als gleichgültig: Das Thema Gleichstellung

Das Thema Gleichstellung soll noch mehr Gewicht erhalten: Das hat SWISSAID anlässlich der Entwicklungszusammenarbeitsstrategie für die Jahre 2019-2024 zusammen mit Mitarbeitenden aus der Schweiz und den neun Ländern beschlossen. Aus ethischen Gründen, und auch aus praktischen: Projekte, die die Geschlechterverhältnisse in Betracht ziehen, zeigen meist mehr Wirkung und nachhaltigere Resultate.

Das Thema Gleichstellung wird in der neuen SWISSAID-Strategie nicht nur in die Hauptthemen «Ernährungssicherheit für Kleinbauernfamilien», «Wasser» und «Extraktive Industrien» integriert. Ein Hauptthema ist spezifisch der Gleichstellung gewidmet. Konkret wurden «Politische Beteiligung der Frauen», «Maskulinität», «Geschlechterspezifische Gewalt» und «Jugendliche und Gleichstellung» als Arbeitsthemen definiert. Die Länderprogramme sind frei, die Arbeitsthemen zu bearbeiten, die für sie relevant sind.

So packen unsere Länder das Thema Gleichstellung an

Die neun Länder haben diese Themen bereits in ihre neuen Programme integriert. Myanmar wird sich zum Beispiel auf die politische Beteiligung von Frauen auf lokaler Ebene konzentrieren. Das Indienprogramm setzt sich gegen häusliche Gewalt ein, unterstützt Partnerorganisationen bei der Prävention, Opferhilfe und dem Lobbying bei staatlichen Stellen – mit dem Ziel, dass diese bestehende Gesetze zum Schutz gegen häusliche Gewalt auch wirklich umsetzen. Vor allem auf Gemeindebasis wird viel Aufklärungsarbeit betrieben.

Auch in Kolumbien werden Kampagnen gegen häusliche Gewalt durchgeführt. In Workshops lernen Frauen und Männer mit Unterstützung von Psychologen, ihre Geschlechterrollen (Maskulinität und Feminität) zu überdenken und freier auszuleben, und damit einhergehende Gewaltmuster zu überwinden. Ausserdem werden Frauen ausgebildet und begleitet, um auf lokaler Ebene Führungspositionen einnehmen zu können.

Gender-Verantwortliche in jedem Land

In allen neun Programmen und in der Schweiz ist jeweils eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter als sogenannter «Gender focal point» zuständig. Sie stehen untereinander im Austausch, teilen Wissen und Erfahrungen und verbessern damit die Programmqualität im Bereich Gender. In vielen Ländern wird auch mit lokalen Expertinnen gearbeitet. Bereits bei der Erarbeitung und während der Durchführung der Projekte wird der Gleichstellung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So müssen schon die Kontextanalysen, die als Grundlage für die Projekterarbeitung dienen, gendersensibel sein.  Wichtig ist auch, dass die Mitarbeitenden und die Partner regelmässig praxisbezogene Weiterbildungen besuchen.