Das internationale Genf in den Händen von Brabeck und Co.?

Das internationale Genf in den Händen von Brabeck und Co.?

Bern / Lausanne, 13. Mai 2019. Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates berät heute über ein Budget von 100,8 Millionen Franken für das internationale Genf für den Zeitraum 2020-2023. Geht es nach dem Bundesrat, sollen drei Millionen Franken an die Stiftung "Geneva Science and Diplomacy Anticiptor" (GESDA) gehen. An deren Spitze: Zwei ehemalige Nestlé-Führungskräfte. Über den Bedarf, den Mehrwert und die Transparenz der Stiftung herrscht viel Unklarheit. Bis diese Fragen geklärt sind, darf einer Finanzierung nicht zugestimmt werden.

Der Bundesrat ist der Ansicht, dass eine Stiftung, die sich mit neuen Technologien auseinandersetzt, die Position Genfs auf der internationalen Bühne stärken wird. Transparenz ist dabei unabdingbar, sonst wird die internationale Glaubwürdigkeit der Schweiz gefährdet. Mit zwei ehemaligen Nestlé-Kadermitgliedern an der Spitze der Stiftung,  dem Ex- Präsidenten Peter Brabeck und Patrick Aebischer, Ex-Mitglied des Verwaltungsrats von Nestlé Health Science, ist eine ausgewogene Debatte über neue Technologien wie die Gentechnik nicht denkbar.

SWISSAID, die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) und l’Alliance suisse pour une agriculture sans génie génétique (ASAGG) sind überzeugt, dass Forschung und Innovation im Kampf gegen Armut und für eine nachhaltige Entwicklung einen wichtigen Beitrag leisten können. Eine Annäherung zwischen Wissenschaft und Diplomatie ist wünschenswert. Lösungen für globale Herausforderungen dürfen jedoch nicht nur von der Privatwirtschaft kommen. Daher muss auch der Vorsitz der neuen Stiftung die gesamte Breite der Gesellschaft abdecken und der Kreis der konsultierten Experten muss offen sein.  SWISSAID, SAG und ASAGG haben deshalb eine Website mit der URL http://www.gesda.ch/ eingerichtet, um in der kommenden Zeit möglichst vielen Menschen eine Stimme zu geben.

Das «Solidaritätsprinzip» in der schweizerischen Aussenpolitik wird untergraben

Die GESDA-Initiative kommt zu einer Zeit, in der eine strategische Neuausrichtung der schweizerischen Aussenpolitik vollzogen wird. Davon betroffen ist sowohl die Gaststaatpolitik unseres Landes als auch die internationale Zusammenarbeit. Die innenpolitischen Interessen der Schweiz erhalten Vorrang vor ihren internationalen Verpflichtungen. Wir hoffen darauf, dass die Schweiz ihre Anstrengungen wieder auf die Bekämpfung von Armut und nachhaltiger Entwicklung ausrichtet. Die UNO-Agenda 2030 liefert den Fahrplan dafür.

Mehr Informationen:

Judith Reusser, Verantwortliche Ernährungssouveränität SWISSAID, 078 700 49 61, j.reusser@swissaid.ch

Paul Scherer, Geschäftsführer, Schweizer Allianz Gentechfrei SAG, Tel. 044 262 25 77, p.scherer@gentechfrei.ch