Ein Dorf träumt von einem Solartrockner

Dank dem Anbau von Grüntee finden die Familien von Inn Khaung ein Auskommen – und ungesunde Arbeit: Die Bauern müssen die Blätter über dem offenen Feuer trocknen, der beissende Rauch verschlägt einem den Atem. Abhilfe schafft hier die Technik.

Ein kleines Dorf in den Hügeln Myanmars, im Gliedstaat Shan. In den Häusern meistens kein Strom und kein Wasser. Doch hinter dem Mond leben die Bewohner von Inn Khaung deswegen nicht. Wenn es um die Verbesserung ihrer Lebensumstände geht, setzen sie auf Solartechnologie.  

«Man gewöhnt sich daran»

Alle 105 Familien von Inn Khaung bauen Grüntee an. Noch erledigen sie die gesamte Verarbeitung von Hand. «Ein Solartrockner zum Trocknen der Blätter wäre das Grösste», meint U Tun Win, während er mit blossen Händen die frischen Blätter in einer Feuerschale wendet, bis sie hell und weich werden. Der beissende Rauch stört ihn nicht. «Man gewöhnt sich daran.» Das Kneten danach ist Frauenarbeit. Während fünf Minuten rollen sie die Blätter auf einer Bambusmatte, damit die Geschmacksstoffe an die Oberfläche treten. Nach einem Tag an der Sonne ist der Tee trocken. In Weidekörben tragen ihn die Bäuerinnen auf den Markt des nächstgrösseren Orts Pindaya, zwei Stunden Fussmarsch entfernt. Für die dünnen, grünen Blätter verlangen sie 2.35 Franken pro Kilo, für die dicken oder schwarzen Blätter erhalten sie lediglich 1.90 Franken. 

Bessere Qualität, höherer Verdienst

Auch wenn das Geschäft mit dem «Shant-Tee» nicht schlecht läuft – solange die Bäuerinnen von Inn Khaung einen grossen Teil zum tiefen Preis verkaufen müssen, reicht ihr Verdienst nur knapp. «Wenn wir die Blätter innerhalb eines Tages verarbeiten könnten, würden wir spielend die höhere Qualitätsstufe erreichen», meint U Tun Win. «Doch dazu brauchen wir einen Solartrockner und einen mechanischen Roller.» Die Teebauern sind bereit, sich dafür richtig ins Zeug zu legen. Schon in der Vergangenheit haben sie gezeigt, dass sie als Gemeinschaft langfristig an Projekten festhalten und die gemeinsame Arbeit zuverlässig erledigen. 

Weniger Holzverbrauch 

Eine Analyse hat die Vorteile der Technologie bestätigt. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation prüft SWISSAID daher, neben dem Solartrockner auch neue Öfen anzuschaffen,  um so den Holzverbrauch zu senken. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Doch die Chancen, dass der Maschinentraum von Inn Khaung wahr wird, stehen gut.  

Ihre Spende wirkt 

Rund 250 Franken kostet das Material für den Bau eines Solartrockners. Weil der Tee damit schneller verarbeitet werden kann, gilt er als hochwertiger. So können die Bauern ihr Einkommen verbessern. 

Projektcode: MY 2/15/07

Projektdauer: 3 Jahre

Projektkosten: 483’435 Franken

Anzahl direkte Begünstigte: 1’652 Haushalte (rund 7’764 Kleinbauern und -bäuerinnen)