Burkina Faso verzichtet auf Gentech-Baumwolle

Burkina Faso verzichtet auf Gentech-Baumwolle

Gute Neuigkeiten: Kurz vor Weihnachten 2015 kündigte der Bundesrat an, das Gentech-Moratorium in der Schweiz bis 2021 zu verlängern. Und Anfang 2016 beschloss Burkina Faso, sich von der Gentech-Baumwolle des Agrarkonzerns Monsanto zu verabschieden.

Am Weltwirtschaftsforum vom Januar 2016 in Davos pries Bill Gates einmal mehr die Verdienste gentechnisch veränderter Kulturpflanzen (GVO) im Kampf gegen Hunger und Armut in Afrika. Was der frühere Microsoft-Chef in seiner Rede aber nicht erwähnte: Burkina Faso, das Monsanto in ein veritables Gen-Testlabor verwandelt hatte, hat den Ausstieg aus der Gentech-Baumwolle beschlossen.

PR für Gentech in Burkina Faso

Dieser Entscheid ist eine grosse Niederlage für die Gentech-Kulturen in Afrika. Seit Jahren setzen die Agrochemie-Konzerne, aber auch die USA, USAID und internationale Finanzinstitutionen den Kontinent unter Druck, GVO zu erlauben. Dieser mutige Schritt eines der ärmsten Länder der Welt könnte deswegen Auswirkungen auf andere Staaten der Region haben. Zahlreiche Vertreter haben sich – auf Einladung von Monsanto, das den Anbau in Burkina Faso als Schaufenster für die GVO-Produktion nutzte – auf den Feldern ein eigenes Bild machen können.

Nun hat die Realität die Agrarlobby eingeholt. Seit der Einführung der Gentech-Baumwolle in Burkina Faso, die aus politischen Gründen von oben angeordnet worden war, ist der Baumwollanbau stetig zurückgegangen. Dabei war die burkinische Baumwolle früher für ihre Qualität bekannt, die durch ein sehr gelungenes Auswahlverfahren erzielt wurde.

Gentech-Baumwolle von minderer Qualität

Während der ersten Jahre der Vermarktung der Gentech-Baumwolle von Monsanto stellten die Bauern fest, dass Faserlänge und -ausbeute abnahmen. Monsanto machte Wasserknappheit und andere wetterbedingte Faktoren dafür verantwortlich. Aber die Qualitätsprobleme hielten an. Mehr als zwei Drittel der Ernte der Saison 2013/14 wurden als qualitativ minderwertig eingestuft.

Da Monsanto die Qualitätsprobleme nicht lösen will oder kann, verlieren die burkinischen Baumwollbauern die Geduld. Anfang 2016 beschlossen sie, aus der GVO-Produktion auszusteigen. Sie verlangen von Monsanto 280 Millionen Dollar als Entschädigung für die Verluste, die ihnen seit 2010 wegen der zunehmend schlechteren Qualität der Baumwolle entstanden sind.

Die Erfahrung mit der Gentech-Baumwolle in Burkina Faso zeigt exemplarisch, was SWISSAID seit langem vertritt: Um sich gegen den Klimawandel zu wappnen, brauchen die Bauern auf der Welt nicht Biotechnologie und gentechnisch veränderte Organismen, sondern eine ökologische, umweltschonende Landwirtschaft und eine angepasste, lokale Agrarforschung.