Kinderlärm statt Polit-Poker im Bundeshaus

Kinderlärm statt Polit-Poker im Bundeshaus

Bern/Lausanne, 17. November 2016. Vier Schulklassen sind am Donnerstag von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann im Bundeshaus empfangen worden. Der Grund für die Ehre: Sie hatten mit rund 20’000 anderen Schulkindern für das Hilfswerk SWISSAID Abzeichen verkauft. Der Magistrat dankte ihnen für ihren grossen Einsatz zugunsten der Benachteiligten in der Dritten Welt.

Wo sonst Parlamentarierinnen und Parlamentarier die Köpfe zusammenstecken, lärmte am Donnerstag eine fröhliche Kinderschar: Fast 80 Schüler aus Zürich, Herzogenbuchsee (BE), Speicher (AR) und Grolley (FR) waren zu Gast bei Johann Schneider-Ammann. Der Bundespräsident empfing sie im Bundeshaus, wo die Kinder ihn mit ihren Fragen „löchern“ durften. Schneider-Ammann dankte ihnen für ihren Einsatz zugunsten von benachteiligten Menschen in Entwicklungsländern: „Ich habe Freude, dass ihr heute hier seid. Und noch mehr Freude, dass ihr euch so fleissig für SWISSAID eingesetzt habt.“

„Etwas Gutes“ tun, war denn auch die Motivation der Kinder, die beim Abzeichenverkauf mitgemacht hatten. „Dass in Afrika so viele Mädchen nicht zur Schule gehen können – das geht einfach nicht“, meinte zum Beispiel der 10-jährige Ilya Kohn aus Zürich.

Interessiert hörte sich der Bundespräsident die Darbietungen der Schüler an und beantwortete ihre Fragen zur Flüchtlingspolitik, seinem Dienstwagen oder seinen Berufswünschen als Kind. Auch Empfehlungen nahm er entgegen. „Wenn ich Bundesrat wäre, würde ich dafür sorgen, dass die Leute weniger arbeiten müssen. Dann hätten sie mehr Zeit, für einander da zu sein.“

Fast eine Million aus dem Abzeichenverkauf

Jedes Jahr werden rund 220‘000 SWISSAID-Abzeichen in sorgfältiger Handarbeit hergestellt. Dadurch erhalten viele Familien in der Dritten Welt ein gerechtes Einkommen. Der Abzeichenverkauf ist Teil der Jahreskampagne von SWISSAID, die 2016 auf die Bedeutung der Alphabetisierung von Frauen bei der Bekämpfung von Armut und Hunger hinweist.

Seit fast 70 Jahren bietet der SWISSAID-Abzeichenverkauf der Schweizer Jugend die Möglichkeit, die Situation von benachteiligten Menschen im Süden verstehen zu lernen und sich aktiv für diese einzusetzen. Oft kommen sie bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal mit der Entwicklungszusammenarbeit in Kontakt. Dieses Jahr erzielten die Schulkinder mit dem Verkauf von geschnitzten Kugelschreibern aus Indien einen Erlös von gut 900‘000 Franken, rund acht Prozent der Spendeneinnahmen von SWISSAID. Damit unterstützt das Hilfswerk Selbsthilfeprojekte in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

Bilder laufen über Keystone und sind zusätzlich ab 16 Uhr gratis zum Download bereit unter www.swissaid.ch/de/bundesratstag-2016

 

Weitere Informationen:

Jon Andrea Florin, Leiter Information + Fundraising; 078 624 47 93; j.florin@swissaid.ch