SWISSAID: “In Myanmars Bevölkerung investieren“

SWISSAID: “In Myanmars Bevölkerung investieren“

Bern / Lausanne, 14. Juni 2012. Mit dem heutigen Besuch von Aung San Suu Kyi beginnt ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Schweiz und Myanmar. Für SWISSAID, seit 20 Jahren in dem südostasiatischen Land tätig, stehen dabei die Hilfe für die verarmte Bevölkerung und die Aussöhnung mit den ethnischen Minderheiten im Vordergrund. „Dies sind Eckpfeiler für die demokratische und nachhaltige Entwicklung des Landes“, sagt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel.

Myanmar hat Potenzial. In jeder Beziehung: Das südostasiatische Land verfügt über Bodenschätze, fruchtbare Böden, kulturelle und landschaftliche Vielfalt sowie eine junge und initiative Bevölkerung. Nach der politischen Öffnung sind die meisten Sanktionen gefallen, und potenzielle Investoren stehen Schlange. Auch die Schweiz will ihre Beziehungen zu Myanmar auf eine neue Basis stellen. Der heutige Besuch von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bietet die Gelegenheit, diesen Kurswechsel offiziell einzuläuten.

So will die Schweiz die Entwicklungshilfe für Myanmar stark ausdehnen. SWISSAID, seit 20 Jahren in Myanmar aktiv, begrüsst diese Entwicklung, warnt aber davor, in dem Land bloss einen lukrativen Markt zu sehen. „Die internationale Gemeinschaft muss nun primär in das Potenzial der Bevölkerung investieren“, fordert SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel, „denn Demokratie und nachhaltige Entwicklung werden von unten gebaut.“ SWISSAID unterstützt in Myanmar vor allem lokale Bauerngemeinschaften mit Projekten zur nachhaltigen Landwirtschaft und Waldnutzung.

SWISSAID ist als eine von wenigen internationalen Entwicklungsorganisationen schon lange in Myanmar aktiv, das bisher aufgrund der politischen Isolation relativ wenig Hilfe erhalten hat. 2010 waren es lediglich fünf US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung, also rund 275 Millionen Dollar, während etwa Kambodscha pro Kopf der Bevölkerung 50 Dollar erhielt. Neben der Schweiz haben auch die EU und andere Länder die Erhöhung ihrer Hilfe für Myanmar angekündigt.

SWISSAID ist in Myanmar vor allem im Kachin State im Norden des Landes aktiv. Dort ist es im Gegensatz zu anderen Regionen noch nicht gelungen, den bewaffneten Konflikt zwischen Zentralregierung und den ethnischen Minderheiten beizulegen. Eine politische Lösung dieses Problems ist laut Morel neben der Hilfe für die lokale Bevölkerung zentral für die demokratische und nachhaltige Entwicklung Myanmars.

Für weitere Informationen:
Lorenz Kummer, Swissaid, Tel. 031-350-5351; 079-307-2592; l.kummer@swissaid.ch

Swissaid ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungs-zusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss. Das Hilfswerk beschäftigt weltweit 124 Mitarbeitende, davon 29 in der Schweiz. Swissaid finanziert sich durch Spenden und wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mitgetragen.