Ein Erdbeben erschütterte am 10. August 2026 den Westen Kolumbiens. SWISSAID stellt 100’000 Franken für Nothilfe bereit, um die dringendsten Bedürfnisse der Betroffenen zu decken.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hat bereits 290 Todesopfer gefordert und rund 1300 Menschen verletzt. Tausende gelten weiterhin als vermisst. Diese Zahlen sind vorläufig, da einige Gebiete weiterhin schwer zugänglich sind und die Kommunikationswege noch nicht vollständig wiederhergestellt wurden. Die Regierung Kolumbiens hat den Notstand ausgerufen und die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten.
Das SWISSAID-Team in Kolumbien und unsere Partnerorganisationen vor Ort haben die grössten Schäden in der Kaffeeanbauregion (Eje Cafetero) registriert. Die Region liegt im Herzen der Andenkordillere und umfasst viele ländliche Gemeinden, die von SWISSAID unterstützt werden, insbesondere im Rahmen des Projektes «Redes de Semillas» zur Förderung und Stärkung von Saatgutnetzwerken.
«Das Erdbeben hat erhebliche Schäden an Wohnhäusern, Infrastrukturen und den Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung verursacht», erklärt Mariana Córdoba, Landesverantwortliche SWISSAID Kolumbien. Seit mehr als 50 Jahren ist Kolumbien ein Partnerland von SWISSAID. Viele betroffene Familien leben von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und haben nun Saatgut, Werkzeuge und andere Produktionsmittel verloren. Dies gefährdet ihre Ernährungssicherheit und ihre Einkommensmöglichkeiten.
Um sie zu unterstützen, stellt SWISSAID 100’000 Franken für einen Nothilfeeinsatz in den Regionen Chocó, Caldas, Risaralda, Valle del Cauca und Quindió bereit. Diese sollen insgesamt 300 Familien in ländlichen Gebieten zugutekommen. Die Personen erhalten Lebensmittelpakete und Hygiene-Kits. Für den längerfristigen Wiederaufbau werden Materialien und Werkzeuge bereitgestellt. Bäuerinnen stehen besonders im Fokus: Viele Frauen spielen eine Schlüsselrolle für die Ernährungssicherheit und die lokale Wirtschaft ihrer Gemeinden.
Dank unserer lokalen Verankerung und der Zusammenarbeit mit gemeinschaftlichen Saatgutbanken und Saatgutnetzwerken kann SWISSAID betroffene Familien rasch und direkt unterstützen. Die langjährige Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort hilft dabei, besonders vulnerable Haushalte zu identifizieren und ihre Bedürfnisse präzise zu ermitteln.
Diese engen Beziehungen sind essenziell: Viele abgelegene Regionen sind nur schwer erreichbar. Die staatliche Hilfe fokussiert sich vor allem auf städtische Gebiete. So können wir mit unseren Partnerorganisationen und lokalen Gemeinschaften rasch und wirksam Unterstützung leisten. Gleichzeitig stärken wir ihre Resilienz, damit sie die Folgen des Erdbebens bewältigen und sich langfristig davon erholen können.
Bild: KEYSTONE / Miguel Angel Lopez