Allianz gegen Gentechnologie in Tansania

Allianz gegen Gentechnologie in Tansania

In Tansania formiert sich Widerstand gegen die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen in die Landwirtschaft. Bisher ist die Landwirtschaft des Landes gentechfrei, doch der Druck der US-amerikanischen und internationalen Agrarfirmen und Lobbyisten auf die Regierung Tansanias ist gross.

Sie drängen die Regulationsbehörden, ihre Bio-Sicherheitsgesetzgebung zu lockern, um genmanipulierte Pflanzen ohne grosse Hindernisse zulassen zu können. Bereits hat die tansanische Baumwollbehörde angekündigt, Gentech-Baumwolle einführen zu wollen.

Biobauern fürchten sich vor Verunreinigung

Insbesondere die rund 100'000 Bioproduzenten des Landes fürchten um ihre Existenz. Denn die Erfahrungen in Ländern, die seit Jahren auf Gentech-Produktion setzen, belegen, dass der Bioanbau sich langfristig nicht vor Verunreinigung durch Gentech-Pflanzen schützen kann.

So ist beispielsweise in Kanada die Produktion von Bioraps kaum noch möglich. In Indien haben die Biobaumwollbauern damit zu kämpfen, dass Gentech-Baumwolle unter ihre Biobaumwolle gemischt wird und damit nicht mehr als Bio verkauft werden kann.

Forscher in Tansania fordern Lockerung der Regulierungen

Ein von der britischen und US-amerikanischen Regierung finanziertes Forschungsinstitut, das eine gentechnisch veränderte Mais-Sorte entwickelt, führt möglicherweise bereits Freilandversuche in Tansania durch. Und auch an gentechnisch verändertem Maniok wird gearbeitet.

Die Forscherteams beklagen sich über zu hohe Einschränkungen und fordern eine Lockerung der Regulierungen zum Schutz der Biodiversität. Sowohl Mais wie auch Maniok sind wichtige Grundnahrungsmittel in Afrika.

Gentechnologie untersagen bis Risiken ausgeschlossen

Vor wenigen Wochen nun hat sich eine Allianz gebildet, um dem massiven Druck, Gentech-Pflanzen einzuführen, etwas entgegen zu setzen. Die Mitglieder der Allianz, darunter auch SWISSAID, fordern, dass die Bio-Sicherheitsgesetze weiterhin auf dem Vorsorgeprinzip basieren. Das heisst, dass die Einführung von Gentechnologie in die Landwirtschaft solange untersagt bleibt, wie Risiken für Mensch und Umwelt nicht vollkommen ausgeschlossen werden können.

Die Allianz sieht vor allem die biologische Vielfalt - darunter auch die Vielfalt an traditionellen Sorten - bedroht. Die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen oder Tiere wird dem Land nicht helfen, sein Hungerproblem zu lösen.