Alles Gute kommt von unten : Agroökologische Landwirtschaft und Schutz der Wasserreserven in Ecuador

In Achupallas, im zentralen Hochland Ecuadors, sind viele Menschen unter- oder mangelernährt. Die Gründe liegen unter anderem im Klimawandel und in einer zu intensiven Nutzung des Bodens. Gegen die Erderwärmung sind die Bäuerinnen und Bauern weitgehend machtlos. Für die Felder und den Schutz des Quellwassers aber gibt es ein Rettungspaket.

Den Bäuerinnen und Bauern in Achupallas steht das Wasser bis zum Hals. Doch nicht im wörtlichen Sinn. Der Wassermangel ist eines ihrer gravierendsten Probleme. Ausgelöst wird er durch eine zu intensive Landwirtschaft, die auch vor den empfindlichen Wassereinzugsgebieten nicht Halt macht. Der Klimawandel verschärft den Wassermangel zusätzlich. Trockenheit und Überschwemmungen nehmen zu, Niederschläge dagegen werden unregelmässiger. Nahezu überall sind Trinkwasser und Wasser für die Felder bedenklich knapp. 

Familienkasse aufbessern, Abwanderung stoppen

Weil es ausserhalb der kriselnden Landwirtschaft kaum berufliche Möglichkeiten gibt, wandern viele junge Männer in die Städte ab. Während sie versuchen, die Familienkasse aus der Ferne aufzubessern, bleiben die Frauen mit Kindern und Feldarbeit in den Dörfern zurück.

Doch egal, wie viel sie arbeiten: Es reicht hinten und vorne nicht. Ein grosser Teil der circa 10‘500 meist indigenen Frauen und Männer in Achupallas leben in Armut, viele können ihre Grundbedürfnisse nur dank staatlichen Zuwendungen decken. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt.

Die Chemiekeule verspricht kurzfristige Erfolge

Wer seine Kinder unter solch prekären Umständen aufwachsen sieht, tut alles, um wenigstens einmal genug zu ernten. Auf ihren fussballfeldgrossen Parzellen bringen die Bäuerinnen und Bauern grosszügig Dünger aus. Und auch wenn zwischen den Monokulturen Unkraut wächst oder sich Schädlinge breitmachen, greifen sie zu Chemie. Doch die vermeintlichen Hilfsmittel bewirken auf lange Sicht das Gegenteil – sie schädigen den Boden und reduzieren die Artenvielfalt. Bereits sind die Äcker weniger fruchtbar und die biologische Vielfalt geht zurück.  

Rettungspaket für Quellen und Boden

SWISSAID bietet 450 Bauernfamilien in sieben Gemeinden fachliche, organisatorische und finanzielle Unterstützung. Die Sicherung der Wasserversorgung ist zentral. Wir finanzieren deshalb einen grossen Teil des Materials, das für den Bau von Bewässerungsanlagen benötigt wird. Auf diese Art verbessern wir die Lebensbedingungen in Achupallas ganz konkret: 

  1. Frauen und Männer lernen, wie sie ihre Felder ökologisch bewirtschaften können und warum Monokulturen keine gute Wahl sind. Das Ziel ist, dass die meisten Familien fünf bis neun verschiedene Nutzpflanzen auf ihrem Acker züchten. So können sie ihre Kinder ausgewogener ernähren und die Abhängigkeit von einzelnen Getreide- oder Gemüsesorten senken.
  2. Die Bäuerinnen und Bauern erfahren, wie sie chemische Zusatzstoffe mit ökologischem Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden ersetzen können. Sie legen Hausgärten an, pflegen und vermehren ihr Saatgut und ziehen Kleintiere auf.
  3. Unsere Partnerorganisation unterstützt die Bäuerinnen bei der Vermarktung von Ernteüberschüssen.
  4. Dank dem Bau von zwei Bewässerungsanlagen können 240 Familien in den Gemeinden Jubal, Huancas und Pallaguchi ihre Felder auch in Trockenperioden mit Wasser versorgen.
  5. Die Kleinbauernfamilien lernen, wie ein nachhaltiger Umgang mit den Wasserreserven funktioniert und wie wichtig der Schutz der Quellen für ihre Zukunft ist. Auf Gemeindeebene werden Schutzpläne für die Wasserquellgebiete erarbeitet und umgesetzt.
  6. Die aus Dorfbewohnerinnen und -bewohnern bestehenden Wasserkomitees und Bauernvereinigungen besuchen Weiterbildungen in den Bereichen Führung, Konfliktmanagement und Buchhaltung. Sie erfahren, wie sie sich aktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen können.
  7. Durch den Anschluss der Häuser an die Wasserversorgung verringert sich die Arbeitsbelastung der Frauen um 40 Prozent.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

SWISSAID ist seit geraumer Zeit in der Region tätig: 320 Kleinbauernfamilien konnten bereits in der Vergangenheit ihre Produktion und ihr Einkommen durch ökologische Landwirtschaftsmethoden verbessern. Heute wird eine Fläche so gross wie 168 Fussballfelder mit biologischen Methoden und ohne Einsatz von künstlichen Pestiziden bewirtschaftet. Wir bleiben am Ball, damit noch viele weitere Fussballfelder dazu kommen.

Ihre Spende wirkt

Mit einer Spende von 19 Franken finanzieren Sie beispielsweise ein Samenkit (5 Pfund) mit Salat-, Karotten-, Kohl-, Rettich- sowie Zwiebelsamen. 

 

Projektcode: EC 02/15/02

Projektdauer: 1.5 Jahre

Projektkosten: 251‘644 Franken 

Anzahl Begünstigte: 450 Bauernfamilien oder 2000 Frauen, Männer und Kinder