Rohstoffreiche Staaten müssen transparenter werden

Rohstoffreiche Staaten müssen transparenter werden

Bern/Lausanne. Die Schweiz empfängt morgen die französischsprachigen Staaten zum Gipfeltreffen in Montreux. Nach Ansicht von SWISSAID bietet dies eine hervorragende Gelegenheit, die Staatschefs rohstoffreicher Länder aufzufordern, ihren Reichtum an Öl, Gold oder Uran transparenter zu verwalten und zur Bekämpfung der Armut einzusetzen.

Gute Regierungsführung, Demokratie und Menschenrechte stehen – neben vielen andern – auf der Traktandenliste des 13. Frankophoniegipfel. Dies ist eine goldene Gelegenheit, die versammelten Staatschefs zu mehr Transparenz bei der Verwaltung ihres Rohstoffreichtums aufzufordern.

Reiche Länder, arme Bevölkerung

Dieses Ziel verfolgt auch  die "Extractive Industries Transparency Initiative (EITI)", eine globale Koalition von Regierungen, Rohstoff-Firmen und Organisationen der Zivilgesellschaft, die seit letztem Jahr auch von der Schweiz unterstützt wird.

Zahlreiche Länder, welche der Internationalen Organisation der Frankophonie angehören, leiden unter dem "Ressourcenfluch": Sie verfügen über reiche Vorkommen an Öl, Gas, Gold oder anderen Bodenschätzen, schaffen es aber nicht, der Armut zu entkommen. Grund für diesen Widerspruch ist oft die Korruption und die Intransparenz bei den Zahlungsströmen zwischen Regierungen und den internationalen Öl- und Bergbaukonzernen.

Erhöhtes Risiko für Bürgerkriege und Putschversuche

Das Geld aus dem Export der Rohstoffe kommt lediglich einer kleinen Elite zugute, während die Bevölkerung in bitterer Armut verharrt. Dazu kommen oft autoritäre Regierungen, Menschenrechtsverletzungen und ein erhöhtes Risiko für Bürgerkriege und Staatstreiche.

SWISSAID, die Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit, repräsentiert in der Schweiz die globale Kampagne "Publish What You Pay" (Publiziert, was Ihr zahlt), einen Zusammenschluss von mehreren hundert Nicht-Regierungsorganisationen, die sich für mehr Transparenz im Geschäft mit Bodenschätzen einsetzen. Sie unterstützt im Tschad, im Niger und in Guinea-Bissau Organisationen der Zivilgesellschaft in ihrem mutigen Einsatz in einem schwierigen politischen Umfeld für die gerechte Verteilung der Einnahmen aus der Rohstoffförderung.