SWISSAID setzt auf Eigenverantwortung

SWISSAID setzt auf Eigenverantwortung

Für SWISSAID ist Ernährungssouveränität ein wichtiger Pfeiler der Programme und Projekte in den neun Ländern, wo die Deza-Partnerorganisation tätig ist. Zum Beispiel in Kolumbien, wo SWISSAID Kleinbauern im Kampf für ihr Land unterstützt und Alternativen zur Palmöl-Monokultur fördert. 

Das Land am Brazuelo de Garzal, einem der Nebenarme des Rio Magdalena, könnte ein Paradies sein: grün, schier endlos, fruchtbar. Doch die Bauernfamilien, die hier leben, haben grosse Sorgen. Nicht dass Land und Wasser nichts hergäben. Sie fischen und bauen Mais, Bananen und Maniok an und kamen bisher ganz gut über die Runden. 

Bauern können sich nicht gegen Investoren wehren

Seit einigen Jahren aber dehnen sich Ölpalmenplantagen zur Produktion von Agrotreibstoff aus. Über 2500 Hektaren sind es bereits in der Gegend um das Städtchen Simiti im Tiefland Kolumbiens. Die Reis-, Mais- und Maniok-Pflanzungen werden zurück gedrängt.

Immer weniger Bauern haben Zugang zu Land, denn die meisten Familien besitzen keine Landtitel und haben den finanzstarken Investoren wenig entgegenzusetzen. Zum Teil kommt es auch zu gewaltsamen Vertreibungen. Die Ernährungssicherheit der Campesinos ist akut bedroht. 

Juristische Hilfe für die Bäuerinnen

Mit Hilfe von SWISSAID gibt die Basis-Organisation Asproal Gegensteuer. Sie setzt sich auf juristischer Ebene für die Landrechte der Bäuerinnen ein. Zudem erhalten die Familien Zugang zu günstigen Krediten, die unter anderem für die Pflanzung von Kakao oder für die Einrichtung einer kleinen Bäckerei eingesetzt wurden.

Um den Anbau von Nahrungsmitteln zu unterstützen, hat Asproal auch drei Reismühlen finanziert. Daneben gibt es Projekte zur Förderung der Kleinviehhaltung, der Fischzucht und zum Anbau von Medizinalpflanzen und Gemüse – und seit kurzem eine Schneiderei, die Kirchen- und Schuluniformen herstellt.

Das Recht auf eine eigene Ernährungspolitik

Das Projekt in Simiti ist typisch für die Arbeit von SWISSAID. Das Hilfswerk interveniert nicht mit pfannenfertigen Vorschlägen, sondern befähigt und unterstützt lokale Organisationen, ihre eigenen Lösungen zu finden und diese umzusetzen.

Ernährungssicherheit versteht SWISSAID in erster Linie als Ernährungssouveränität: das Recht von Nationen oder lokalen Gemeinschaften, ihre eigene Landwirtschafts- und Ernährungspolitik zu definieren, die den jeweiligen ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen entspricht. Konkrete Schwerpunkte sind die Förderung des biologischen Landbaus und der Saatgut-Vielfalt sowie der Einsatz gegen die weitere Verbreitung der Gentechnologie und der Agrotreibstoff-Produktion.