Myanmar (Burma): Politische Situation gefährdet Projekte

Myanmar (Burma): Politische Situation gefährdet Projekte

In den vergangenen Tagen kam es in Kachin State im Norden Myanmars zu ernsten Zusammenstössen zwischen der Kachin Independent Army (KIA) und der burmesischen Armee. In der Stadt Myitkyina zerstörten die Kämpfer der KIA zwei Regierungsgebäude und sprengten zahlreiche Brücken der Region. In einzelnen Dörfern flohen alle Einwohner ins benachbarte China. Verhandlungen zwischen dem burmesischen Staat und dem politischen Arm der KIA, der KIO, schlugen bislang fehl.

Die Situation ist seit längerem angespannt. Die Kachin wurden von den Parlamentswahlen im vergangenen November ausgeschlossen und werden von der Zentralregierung auch wirtschaftlich benachteiligt. Die zwei Wasserkraftwerke, die von China in Kachin State betrieben werden beziehungsweise noch im Bau sind, produzieren fast ausschliesslich Strom für China. Da die Kraftwerkbetreiber die Stellen mit Chinesen besetzen, entstehen für die lokale Bevölkerung keine Arbeitsplätze.

SWISSAID realisiert mit lokalen Partnerorganisationen im Norden Myanmars mehrere Landwirtschafts- und Waldprojekte. Da die Bewegungsfreiheit durch die Vorfälle eingeschränkt ist, können die lokalen SWISSAID-Mitarbeiter die Projekte nicht besuchen.  Die Partnerorganisationen fahren ihre Aktivitäten aus Sicherheitsgründen auf ein Minimum runter. Die fünf lokalen Mitarbeiter im SWISSAID-Büro in Kachin State sind wohlauf und arbeiten weiter, doch die Projekte dürften zur Zeit nur noch schleppend umgesetzt werden können. SWISSAID ist besorgt über die Situation.

Bild: Wikimedia