Petition gegen Agrotreibstoffe lanciert

Petition gegen Agrotreibstoffe lanciert

Bern. Eine breite Koalition fordert strenge soziale und ökologische Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe. Agrotreibstoffe verschärfen den Hunger und zerstören Umwelt und Tropenwälder.

Eine Koalition von 21 Schweizer Organisationen fordert daher strenge Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe in der Schweiz und lanciert eine Petition. Die Zulassungskriterien werden vor allem die in Bad Zurzach (AG) und Delémont (JU) geplanten Produktionsanlagen betreffen.

Zulasskriterien gefordert

Die Plattform Agrotreibstoffe, eine breite Koalition aus Schweizer Entwicklungs-, Bauern-, Umwelt- und kirchlichen Organisationen, lanciert eine Petition gegen Agrotreibstoffe. Die Petition fordert den Bundesrat und das Parlament auf, strenge Zulassungskriterien zu erlassen, um die negativen Auswirkungen der Agrotreibstoff-Produktion zu verhindern.

Konkret verlangt die Petition: "Die Einführung von Zulassungskriterien, welche sozial und ökologisch problematische Agro-treibstoffe generell ausschliessen. In die Kriterien müssen dabei insbesondere die Ernährungs-sicherung in den Herkunftsländern sowie indirekte Verdrängungseffekte einbezogen werden."

Folgen des Agrotribstoff-Booms sind gravierend

Der Grund für die Petition ist klar: Die Produktion von Agrotreibstoffen boomt nach wie vor. Die Folgen sind gravierend: Bauernfamilien in Entwicklungsländern verlieren ihren Boden, tropische Wälder werden gerodet, und der Hunger nimmt zu.

Auch in der Schweiz sind zwei Produktionsanlagen geplant, für die Rohstoffe aus Entwicklungsländern eingeführt werden sollen: Im jurassischen Delémont will die Firma Green Bio Energy Benzin aus Zuckerrohr produzieren, das aus Brasilien eingeführt werden soll.

Baubewilligung für Jatropha-Raffinerie erteilt

Die Gemeinde Bad Zurzach hat Anfang Jahr der Firma Green Bio Fuels Switzerland die Baubewilligung für eine Raffinerie erteilt, um Diesel aus Jatropha-Öl herzustellen. Die Jatropha-Nuss will die Green Bio Fuels aus Mosambik einführen. Sowohl in Mosambik wie in Brasilien ist die Ernährungssicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet. 

„Jatropha verdrängt den Anbau von Nahrungsmitteln durch Kleinbauern. Darüber hinaus wird Jatropha fast nur auf fruchtbarem Land angebaut, das bewässert wird“, erklärt Daniel Ribeiro von der mosambikanischen Organisation Justiça Ambiental an einer Medienkonferenz in Bern. „In einem Land, in dem gut ein Drittel der Bevölkerung an Mangelernährung leidet, ist das keine Option!“

Die Petition ist eine Unterstützung der Parlamentarischen Initiative der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, die ebenfalls strenge Zulassungskriterien fordert. Bevor diese auf Bundesebene in Kraft getreten sind, dürfen keinerlei Agrotreibstoff-Projekte in der Schweiz bewilligt werden, fordert die Petition.