Parlamentarier auf Lokaltermin im Tschad

Parlamentarier auf Lokaltermin im Tschad

Der Tschad ist zurzeit politisch ruhig, und es fliesst reichlich Öl. Vier Parlamentsmitglieder reisten mit SWISSAID in den zentralafrikanischen Staat, um sich ein Bild der Entwicklungshilfe zu machen.

Der Tschad zählt zu den grössten Erdölförderern Afrikas –  und dennoch leiden die Menschen unter Hunger. Die Ausgangsfragen waren klar: Wie es kommt, dass neben den High-Tech-Förderanlagen bittere Armut herrscht, und was taugt die Entwicklungshilfe? Die drei Parlamentsmitglieder Doris Fiala (FDP, ZH), Andrea Hämmerle (SP, GR) und Susanne Leutenegger-Oberholzer (SP, BL) sowie die Stiftungsratsmitglieder Carlo Sommaruga (SP, GE) und Rudolf Rechsteiner (alt-NR SP, BS) reisten im Februar 2011 in den Tschad, um Antworten zu finden.  

Die Parlamentsmitglieder sprachen mit der einfachen Bevölkerung und mit den Menschen, die in den Dörfern das Sagen haben. Einer der Machthaber kam gar mit bewaffneten Bodyguards. Waffen sind heute nicht mehr überall präsent: Nach Jahren der politischen Turbulenzen ist es im Tschad momentan ruhig. 

Erschütternder Entwicklungsstand

Immer wieder umringten unzählige Kinder die weissen Land-Cruiser, welche die Parlamentarier zu den Landwirtschaftsprojekten von SWISSAID und zu Fischern an den Tschadsee brachten. "Der Entwicklungsstand des Tschad ist erschütternd", konstatierte Nationalrat Andrea Hämmerle.

Im Süden des Landes wird Erdöl gefördert, und der Tschad zählt zu den wichtigsten Erdölexporteuren Afrikas. Doch die armen Tschaderinnen und Tschader, denen die Bodenschätze zu Gute kommen müssten, haben nichts davon. SWISSAID unterstützt deshalb lokale Organisationen, die sich mutig dafür wehren, dass die Kleinbauern wenigstens entschädigt werden, wenn sie ihre Äcker an die chinesischen Firmen verlieren, die das schwarze Gold fördern.

Das ist eine weitere Facette der Entwicklungshilfe, die weiter hilft: Die Menschen darin unterstützen, zu ihrem Recht zu kommen. "Dank der Unterstützung von aussen können wir der Bevölkerung helfen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich für gerechte Kompensationen und gegen die Korruption einzusetzen", erklärte der SWISSAID-Büroleiter im Tschad, Oliver Ngardouel, den Gästen aus der Schweiz.

"SWISSAID leistet einen wichtigen Beitrag"

"Gerade die Erdölbranche, die nicht das beste Image hat, muss umsichtiger mit der Bevölkerung umgehen, als das im Tschad geschieht", so das Fazit von Doris Fiala. Es liege im Interesse der Schweiz, Hilfe zu leisten und damit nicht zuletzt den drohenden Flüchtlingsströmen entgegenzuwirken.

Insgesamt eine Reise die Eindruck machte: „Die SWISSAID-Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung, zu Demokratie und Transparenz,“ resümierte Andreas Hämmerle.