Lebensmittel in den Autotank?

Lebensmittel in den Autotank?

Mit den sogenannten Biotreibstoffen soll die Verbrennung fossiler Energieträger reduziert werden, um den Klimawandel zu bremsen. Doch „bio“ im Sinne von ökologisch sind die allermeisten Treibstoffe aus Pflanzen mitnichten.

In Indonesien und Malaysia wird für den Palmölanbau der Regenwald abgeholzt oder gar abgebrannt. Zudem werden Ölpalmen, Mais oder Soja zur Energiegewinnung in Monokultur angebaut, gespritzt und gedüngt und verseuchen damit die Böden und das Grundwasser.

Noch viel schwerer wiegen jedoch die sozialen Folgen: Der Agrotreibstoffboom hat erheblich zum weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise beigetragen. Für Menschen, die drei Viertel ihres Einkommens für Reis, Brot und andere Lebensmittel ausgeben, ist das verheerend. Die Weltbank schätzt, dass durch die höheren Lebensmittelpreise zusätzliche 100 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze gedrückt wurden.

Indigene Gemeinschaften werden mit Gewalt vertrieben

In Südamerika, Afrika und Asien ist Land wieder vermehrt zum Spekulationsobjekt geworden. Die Aussicht auf Profite mit Palmöl oder Jatropha-Diesel lockt internationale Konzerne und Investoren ins Land.

Kleinbauernfamilien und indigene Gemeinschaften, die für ihre Felder meist keine offiziellen Besitztitel haben, werden mit falschen Versprechungen ausgetrickst oder sogar mit Gewalt vertrieben. Doch es kann nicht sein, dass im Süden noch mehr Menschen hungern müssen, damit wir im Norden weiter aufs Gaspedal drücken können.

1,6 Milliarden Menschen leben direkt von der Landwirtschaft

SWISSAID setzt sich dafür ein, dass die Bauern und Bäuerinnen in der Dritten Welt auf ihren Äckern weiter Nahrungsmittel produzieren können. Denn noch immer leben weltweit 1,6 Milliarden Menschen direkt von der Landwirtschaft.

Je mehr Nahrungsmittel die Bauern und Bäuerinnen eines Landes für die eigene Bevölkerung produzieren können, desto unabhängiger werden die Menschen von stark schwankenden Weltmarktpreisen.

Bild: Wiki Media