Was Hunger mit Erdöl zu tun hat

Was Hunger mit Erdöl zu tun hat

Mutige Bauern und Bäuerinnen und ihr Kampf für Ernährungssicherheit und nachhaltige Entwicklung stehen im Zentrum der Jahreskampagne von SWISSAID.

Was dies im Tschad bedeutet, erläuterte SWISSAID-Koordinator Oliver Ngardouel an der Pressekonferenz zu Jahreskampagne in Bern: "Dank der Unterstützung von aussen können wir der Bevölkerung helfen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich für gerechte Kompensationen und gegen die Korruption einzusetzen".

Firmen im Erdölgeschäft tragen Verantwortung für Armut

"Die Armut in der Ölförderregion ist erschreckend", fügte Nationalrat Carlo Sommaruga (SP/GE) an. Die Lobbytätigkeit zugunsten der lokalen Gemeinschaften biete aber Chancen, diese zu überwinden.

Auch Nationalrätin Doris Fiala (FDP / ZH) zeigte sich bestürzt über die Situation in den Fördergebieten und erklärte, die Erdölfirmen trügen eine gewisse Verantwortung dafür.

Rohstofffirmen zu mehr Transparenz bei den Zahlungen verpflichten

"Gerade eine Branche, die nicht das beste Image hat, muss umsichtiger mit der Bevölkerung umgehen, als das im Tschad geschieht", war sie überzeugt. Es liege im Interesse der Schweiz, Hilfe zu leisten und damit nicht zuletzt den drohenden Flüchtlingsströmen entgegenzuwirken.

SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel betonte, der Nationalrat könne dies Ende Monat tun, indem er für die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0.5% des Bruttoinlandproduktes stimme. Zudem müsse man wie in den USA die Rohstofffirmen zu mehr Transparenz bei ihren Zahlungen an die Förderländer verpflichten.

Einsatz der Reichtümer im Süden überwachen

Nur so können die Bevölkerungen ihre Regierungen wirklich zur Rechenschaft ziehen und den sinnvollen Einsatz der Reichtümer ihrer Länder überwachen. "Leider sind entsprechende Bestimmungen bei der Revision des Aktienrechts gescheitert", sagte Morel: "Doch wir bleiben am Ball".

SWISSAID, die Schweizer Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit, hat im vergangenen Jahr ein sehr gutes Sammelergebnis von 10.25 Millionen Franken erzielt. Die Spendeneinnahmen bewegen sich damit genau im Bereich des Vorjahres. "Wir werten dies als grossen Vertrauensbeweis unserer Spenderinnen und Spender für unsere Arbeit in neun Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens", erklärte Geschäftsleiterin Morel am Donnerstag in Bern.