“In Myanmars Bevölkerung investieren“

“In Myanmars Bevölkerung investieren“

Bern / Lausanne, 2. April 2012. Nach den Wahlen in Myanmar und Aung San Suu Kyis Einzug ins Parlament könnten die Wirtschafts-Sanktionen bald fallen. Für SWISSAID, seit 20 Jahren in dem südostasiatischen Land tätig, stehen indessen die Hilfe für die verarmte Bevölkerung sowie die Aussöhnung mit den ethnischen Minderheiten im Vordergrund. „Dies sind die Eckpfeiler für eine demokratische und nachhaltige Entwicklung des Landes“, sagt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel.

Myanmar hat Potenzial. In jeder Beziehung: Das südostasiatische Land verfügt über Bodenschätze, fruchtbare Böden, kulturelle und landschaftliche Vielfalt sowie eine junge und initiative Bevölkerung. Mit der politischen Öffnung und dem Einzug von Aung San Suu Kyi ins Parlament dürften auch die wirtschaftlichen Sanktionen der USA und der EU bald fallen. Potenzielle Investoren stehen denn auch bereits Schlange, denn Myanmar kann mit einem gewaltigen ökonomischen Entwicklungsschub rechnen.

Damit besteht aber auch die Gefahr, dass das Land lediglich als lukrativer Markt betrachtet wird und die Interessen der Bevölkerung in den Hintergrund geraten. „Die internationale Gemeinschaft muss nun primär in das Potenzial der Bevölkerung investieren“, fordert SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel, „denn Demokratie und nachhaltige Entwicklung werden von unten gebaut.“ SWISSAID ist als eine von wenigen internationalen Entwicklungsorganisationen seit 20 Jahren in Myanmar aktiv und unterstützt vor allem lokale Bauerngemeinschaften mit Projekten zur nachhaltigen Landwirtschaft und Waldnutzung.

Myanmar hat bisher aufgrund der politischen Isolation relativ wenig Entwicklungshilfe erhalten. 2010 waren es lediglich fünf US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung, also rund 275 Millionen Dollar, während etwa Kambodscha pro Kopf der Bevölkerung 50 Dollar erhielt. Bereits haben die EU und auch andere Länder die Erhöhung ihrer Hilfe für Myanmar angekündigt. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ist derzeit in Myanmar mit humanitärer Hilfe präsent, will jedoch die Hilfe auch in den Bereich Entwicklungszusammenarbeit ausdehnen.

SWISSAID ist in Myanmar vor allem im Kachin State im Norden des Landes aktiv. Dort ist es im Gegensatz zu anderen Regionen noch nicht gelungen, den bewaffneten Konflikt zwischen Zentralregierung und den ethnischen Minderheiten beizulegen. Eine politische Lösung dieses Problems ist laut Morel neben der Hilfe für die lokale Bevölkerung zentral für die demokratische und nachhaltige Entwicklung Myanmars.

Für weitere Informationen:
Lorenz Kummer, Swissaid, Tel. 031-350-5351; 079-307-2592; l.kummer[at]swissaid.ch

Swissaid ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungs-zusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss. Das Hilfswerk beschäftigt weltweit 124 Mitarbeitende, davon 29 in der Schweiz. Swissaid finanziert sich durch Spenden und wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mitgetragen.