Grosserfolg für SWISSAID-Partner in Guinea-Bissau

Grosserfolg für SWISSAID-Partner in Guinea-Bissau

In Guinea-Bissau haben Organisationen der Zivilgesellschaft und die Regierung eine Vereinbarung für die Zusammenarbeit bei der Förderung von Bodenschätzen unterzeichnet. Dies ist ein grosser Erfolg für die von SWISSAID unterstützte „Arbeitsgruppe Erdöl“. Diese kämpft dafür, dass die Einnahmen aus der Ausbeutung der Rohstoffe für die Armutsbekämpfung und die nachhaltige Entwicklung des Landes eingesetzt werden.

Was für ein Unterschied ein paar Jahre bringen können: 2005 organisierte SWISSAID in Bissau ein Treffen der Zivilgesellschaft über die Bodenschätze des kleinen westafrikanischen Landes. Damals wurde die Konferenz von der Regierung boykottiert - mit dem Argument, was mit den Öl-, Bauxit- und Phosphatvorkommen geschehe, gehe die Bevölkerung nichts an.

Ministerpräsident ladet zur Konferenz - dank SWISSAID

Die neue Regierung von Ministerpräsident Carlos Gomes Junior sieht dies anders. Im März 2010 lud sie selbst zu einer Konferenz über „Extraktive Ressourcen und nachhaltige Entwicklung“ ein – nicht zuletzt dank einem Treffen zwischen SWISSAID-Vertretern und dem Premierminister.   

Im Sommer 2010 hat die Regierung ihren Worten auch Taten folgen lassen und mit der „Arbeitsgruppe Erdöl und Extraktive Industrien“ eine Vereinbarung unterzeichnet. Darin verpflichtet sie sich zum Dialog und zur Information über alle Belange der Rohstoffförderung.

Klares Zeichen der Regierung für Transparenz

Die Vereinbarung betrifft auch die Erarbeitung eines neuen Bergbaugesetzes, die Explorations- und Förderverträge mit Rohstofffirmen und die Ausarbeitung von Umweltverträglichkeitsstudien. Die Unterzeichnung der Vereinbarung sei ein klares Zeichen, dass die Regierung das Land transparent und verantwortungsvoll führen wolle, erklärte Energieminister Cardoso.

Damit besteht die Hoffnung, dass künftig auch die Bevölkerung von der Ausbeutung der Rohstoffe profitieren wird – ein Ziel, für das sich SWISSAID seit langem einsetzt. Immerhin ist der Export von Bodenschätzen eine der wenigen Devisenquellen des bitter armen Landes. Während die Ölförderung - die Vorkommen liegen alle im Meeresgrund vor der Küste - noch Zukunftsmusik ist, sind die Projekte zur Ausbeutung von Bauxit (im Süden des Landes) und Phosphat (im Norden) schon recht weit gediehen.

Entschädigungen sind nun leichter durchzusetzen

Wenn jedoch die Phosphat-Ausbeutung im Tagbau im Jahr 2014 richtig losgeht, wird ein ganzes Dorf weichen müssen. Die Bewohner – unterstützt und beraten von SWISSAID-Partnern - sind bereit zu gehen, falls sie korrekt entschädigt werden und sich ihre Lebensbedingungen in einen neu zu bauenden Dorf verbessern.

Dies dürfte nach der Unterzeichnung der Kooperations-Vereinbarung mit der Regierung einfacher durchzusetzen sein. SWISSAID-Koordinator Alfredo Handem ist jedenfalls optimistisch, sowohl für die Phosphat-Region im Norden wie für das ganze Land: „Die Unterzeichnung des Abkommens ist ein äusserst wichtiger Schritt“: Noch wichtiger sei allerdings dessen korrekte Umsetzung.

„Wir bleiben am Ball“, sagt Handem, und werden dafür kämpfen, dass die Regierung ihre Versprechen auch hält. SWISSAID habe sich in diesem Prozess von Anfang an eingesetzt, führte Handem weiter aus - in der Überzeugung, dass Hunger und Unterentwicklung mit guter Regierungsführung überwunden werden können. "Die Unterzeichnung der Vereinbarung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."