Bundesrat will Rohstoffhandel durchleuchten

Bundesrat will Rohstoffhandel durchleuchten

Die Schweiz hat sich zur Drehscheibe im globalen Rohstoffhandel entwickelt. Und immer wieder sind Firmen wie Glencore oder Trafigura in Entwicklungsländern mit Korruptions- und Umweltskandalen konfrontiert. Nun will der Bundesrat als Antwort auf einen Vorstoss der SP einen Bericht über die Schweizer Rohstoffhändler erstellen. 

Gegen ein Drittel des weltweiten Erdölhandels wird über die Schweiz abgewickelt - von Firmen mit Namen wie Vitol, Gunvor oder Trafigura, die kaum jemand kennt, obschon sie Dutzende von Milliarden umsetzen. Und der im Kanton Zug ansässige Rohstoff-Gigant Glencore kontrolliert dank seinen Minen in Sambia und im Kongo rund 50 Prozent des globalen Kupferhandels. Inzwischen steuert der Rohstoffhandel drei Prozent zum Schweizer Bruttoinlandprodukt bei - gleich viel wie der Maschinenbau. 

Rohstofffirmen könnten dem Image der Schweiz schaden

Die Dimensionen und Strukturen dieses Geschäfts sind dank einem im September publizierten Buch (in unserem Shop) etwas transparenter geworden. Und nun wird auch die Politik aktiv. Der Bundesrat empfiehlt ein Postulat der SP-Nationalrätin Hildegard Fässler zur Annahme, das die Erstellung eine Berichts über die obskure Branche fordert.
 
Der Grund: Viele Rohstofffirmen sind in Entwicklungsländern immer wieder in Korruptions-, Umwelt- und Steuervermeidungsskandale involviert, was dem Image der Schweiz schweren Schaden zufügt. 

Nicht nur in der Schweiz ist Transparenz nötig

SWISSAID setzt sich seit schon langem für mehr Transparenz im Rohstoff-Geschäft ein - nicht nur in der Schweiz. Im Niger, Tschad und in Guinea-Bissau unterstützen wir Organisationen, welche für die Offenlegung der Zahlungen von Rohstoff-Firmen an die Regierungen und für die Verwendung der Erlöse aus dem Öl- und Uranexport zur Armutsbekämpfung kämpfen .
 
Und damit Schweizer Firmen die Verantwortung übernehmen müssen, wenn ihre Töchter im Ausland gegen Menschenrechte und Umweltstandards verstossen, hat SWISSAID mit rund 50 Partnern die Kampagne "Recht ohne Grenzen"lanciert.