Kleinbäuerlicher Biolandbau sichert das Überleben

Kleinbäuerlicher Biolandbau sichert das Überleben

Während in der Schweiz und in Europa biologisch angebaute Produkte zu höheren Preisen im Verkauf führen, ist Biolandbau in Entwicklungsländern kein Luxus. Im Gegenteil, biologische Produktion ist weit weniger kapitalintensiv als eine Landwirtschaft, die auf den Einsatz von Kunstdünger, Pflanzenschutzmitteln und Maschinen setzt.

Kleinbauernfamilien haben kaum Zugang zu Krediten und müssen mit dem Kapital arbeiten, das ihnen zur Verfügung steht: lokal angepasste Sorten, traditionelles Wissen und menschliche Arbeitskraft. Dieser ökologische Ansatz versorgt die Menschen nicht nur mit gesünderen Lebensmitteln, er schont auch die Umwelt und erhält die biologische Vielfalt. Und er sichert Arbeitsplätze auf dem Land.

Ökologischer Landbau hilft den ärmsten Bauernfamilien

Ein Vergleich aus Brasilien liefert den Beweis: Eine industrielle Soja-Farm mit 10 000 Hektar Land beschäftigt gerade mal vier bis fünf Menschen. Demgegenüber finden auf einem Biobetrieb mit 100 Hektar Fläche 70 Menschen Arbeit.

Ein Forscherteam aus Grossbritannien untersuchte während vier Jahren 258 Projekte in 57 Ländern. Ihre Schlüsse sind eindeutig: Es sind nicht hochtechnologische Landwirtschaftsmethoden, die den ärmsten Bäuerinnen und Bauern der Welt helfen, sondern ökologischer Landbau. Mit dem rotierenden Anbau verschiedener Pflanzen auf einem Feld und weniger Einsatz von Pestiziden fiel die Ernte durchschnittlich um rund 79 Prozent höher aus. Und anders als im konventionellen Anbau waren zukünftige Ernten nicht negativ betroffen, da vor allem die Bodenqualität verbessert werden konnte.

Biobetriebe verbrauchen weniger Wasser

Genau hier liegt eine der grössten Herausforderungen für die Landwirtschaft. Jährlich werden zehn Milliarden Hektar Ackerland wegen Bodenerosion verlassen. Die britischen Forscher beobachteten zudem, dass die Biobetriebe weniger Wasser verbrauchten und die lokale Biodiversität erhalten werden konnte.

SWISSAID unterstützt in allen Länderprogrammen Bauernorganisationen im biologischen Landbau. Dabei wird das lokale Wissen gestärkt und weiterentwickelt. Die Resultate sind viel versprechend: Schon auf kleinsten Feldern können die Bauernfamilien gesunde Lebensmittel für den eigenen Bedarf produzieren und über den Verkauf auf lokalen Märkten ein Einkommen erwirtschaften. Oft kann auch unfruchtbares Ackerland wieder urbar gemacht werden.

Insgesamt leben 2.6 Milliarden Menschen weltweit von der Landwirtschaft. 99 Prozent der über 600 Millionen Betriebe sind Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, denen durchschnittlich 1.3 Hektar Land zur Verfügung steht. SWISSAID engagiert sich vor Ort, auf nationaler wie auf internationaler Ebene für die Stärkung dieser Kleinbauernfamilien und der Verbesserung ihrer Lebens- und Produktionsbedingungen.

Bild: WIkimedia