„Die Jugendorganisation hat mir
viel gebracht, denn ich konnte mich mit anderen Jugendlichen austauschen“, sagt
Martha Nora Góngora, die in einem 500-Seelendorf 100 Kilometer südlich von
Managua lebt. Die 24-jährige Nicaraguanerin ist seit zehn Jahren aktives
Mitglied und derzeit Koordinatorin der Jugendorganisation der Provinz Rivas. Diese
zählt mittlerweile 131 aktive Mitglieder, die in sechs Dorfgruppen organisiert
sind.
Pedro Solís Estrella ist 26 Jahre alt und gründete
vor neun Jahren mit einigen Freunden die Jugendgruppe in seinem Dorf Sota
Caballo. „Was mir am meisten gefallen hat, sind die Weiterbildungen und der
Erfahrungsaustausch. Ich wollte mehr erfahren über die Gleichstellung zwischen
Mann und Frau, die Sexualität, Aids, die Auswahl von Saatgut, das Jugendgesetz
und meine Rechte als Bürger.“ Dank der Motivation durch die Gruppe und einem
Drei-Jahres-Stipendium von monatlich knapp 13 Franken schaffte es Pedro Solís
Estrella, die Sekundarschule abzuschliessen und ein Studium als Systemtechniker
zu beginnen.
Auf dem Weg zum Traumberuf
Fotograf?
Auch Martha Nora Góngora schaffte den Sprung
an eine höhere Schule. Mit dem Geld eines Kleinkredites, den sie bei der
Jugendorganisation aufnehmen konnte, kaufte sich die junge Frau ein trächtiges
Schwein, deren Ferkel sie nun aufzieht und mit Gewinn weiterverkaufen wird. So
kann sie den Kredit zurückzahlen und die wöchentliche Busfahrt in die
Provinzhauptstadt Rivas, wo sie jeweils samstags Jura studiert, finanzieren.
Pedro Solís Estrella, der in einer Tischlerei
arbeitet, kaufte sich mit einem Kleinkredit eine Kamera und schiesst an
Familienfesten und Hochzeiten nun Fotos. Gerne würde er aus dem Hobby einen Beruf
machen und ein Fotostudio eröffnen. Er besucht einen von SWISSAID finanzierten
Kurs für angehende Jungunternehmer und -unternehmerinnen, in dem er lernt, die
Marktchancen für seine Geschäftsidee realistisch einzuschätzen und einen
Business-Plan zu erstellen.
Jugendliche setzen sich für
das Gemeinwohl ein
Zwischen vier bis zehn Tage pro Monate
investieren die Jungendlichen in ihre Organisation, um ihre Interessen
gegenüber den lokalen Behörden zu vertreten und Gemeindearbeiten wie Aufforstung
oder Strassenreinigung zu leisten. Sie organisieren aber auch Tanzfeste,
Konzerte oder Fussballturniere, um unter ihren Altergenossen den Zusammenhalt
und mit der eigenen Kultur auseinanderzusetzen und anzufreunden.
Dank der Mitarbeit in der Jugendorganisation
haben sich sowohl für Martha wie auch für Pedro neue Perspektiven eröffnet.
Während Pedros Brüder wie ihr Vater während der Trockenzeit in einer Kalkfabrik
arbeiten und sich in den Regenmonaten der Landwirtschaft widmen, hat er andere
Ziele: Sein Traum ist es, ein eigenes Geschäft aufzubauen. „Jede Person hat
einen Traum und wenn sie sich diesen vornimmt, dann erreicht sie ihn auch“, ist
Pedro überzeugt. „Das Schwierige muss man erledigen, das Unmögliche versuchen.“




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