Der Boom der sogenannten Biotreibstoffe hat auch Kolumbien voll erfasst. Im Süden des Departements Bolivar fressen sich die Palmölplantagen immer weiter ins Land hinein. Teils wurden die Palmen, deren Ölfrüchte zu Agrodiesel verarbeitet werden, gerade erst gepflanzt, teils ragen sie bereits hoch auf und lassen in ihrem Schatten nichts anderes mehr wachsen.
Allein in der Region Simití wurden 2500 Hektar Palmölplantagen angelegt – und es sollen noch mehr werden. Anfangs hatten sich die Kleinbauern über den vermeintlich lukrativen Anbau der Ölpalme gefreut, doch rentabel wird der Anbau erst ab einer Fläche von 7,5 Hektar. Wer wenig Geld hat und Ölpalmen anbauen will, muss bei einer der Palmölfirmen einen mehrjährigen Kredit aufnehmen und sich verpflichten, seine Ernte ausschliesslich dieser Firma zu verkaufen. Wer auf den Palmölplantagen als Tagelöhner arbeitet, verdient weder genug zum Leben, noch ist sein Arbeitsplatz gesichert.
Statt besserer Verdienstmöglichkeiten droht jetzt vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen die Vertreibung. So hat sich im Dorf Nueva Esperanza ein Unternehmer vorgestellt, der auf dem Land der Bauernfamilien Palmölplantagen anlegen will. Präsentiert hat er einen Besitztitel aus dem Jahr 1921. Damit erhebt er jetzt Anspruch auf das Land, auf dem die Familien Reis, Mais, Maniok oder Bananen anbauen. Zusammen mit der Partnerorganisation Asproas unterstützt SWISSAID die Bäuerinnen und Bauern von Simití, ihre Landrechte bei den zuständigen Behörden geltend zu machen. Zudem trägt Asproas mit Hilfe von SWISSAID den Fall Simití vor einflussreiche Organisationen wie das UN-Flüchtlingskommissariat, um von ihnen Unterstützung im Kampf gegen die Vertreibung zu erhalten.
Mit der Förderung der Kleinviehhaltung, der Fischzucht und des Anbaus von Medizinalpflanzen und Gemüse trägt Asproas dazu bei, dass den Bauernfamilien eine Alternative zum Palmölanbau bleibt.




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