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Keine Patente auf unsere Zukunft!

Frauen tragen Reissetzlinge
SWISSAID lehnt Patente auf Leben entschieden ab. Sie verhindern die soziale und wirtschaftliche Entwicklung armer Länder und hemmen die freie Forschung. Patente auf Medikamente, Impfstoffe und Behandlungsmethoden haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, wie sie die medizinische Versorgung verteuern und für arme Menschen unbezahlbar machen. Patente auf Saatgut und Tiere drohen nicht nur die Bäuerinnen und Bauern weltweit zu enteignen, sie hemmen auch die freie Forschung und Züchtung und verteuern die Lebensmittelproduktion.

SWISSAID warnt vor den negativen Folgen von Patenten auf die Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Durch patentierte Pflanzen und Tiere wird langfristig die Ernährung teurer werden. Ist das Saatgut einer Pflanze patentiert, wie dies beispielsweise bei allen gentechnisch veränderten Pflanzen der Fall, so ist den Bäuerinnen und Bauern die Wiederaussaat des Saatguts verboten, das aus der eigenen Ernte gewonnen wurde. Sie müssen entweder eine jährliche Lizenzgebühr an die Patentinhaber bezahlen, oder das Saatgut neu kaufen. So werden die Landwirte in die Abhängigkeit der Agrarkonzerne gebracht. In Brasilien und Indien müssen Bäuerinnen und Bauern patentiertes Saatgut zu erhöhten Preisen einkaufen oder aber bei der Ernte eine Gebühr zahlen. In den USA und Kanada sind Bauern zu hohen Geldstrafen verurteilt worden, weil der Agrarkonzern Monsanto ihnen vorwarf, keine Lizenzgebühren bezahlt zu haben.

In Entwicklungsländern ist die Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern darauf angewiesen, Saatgut und Pflanzen aus der eigenen Ernte frei zurückbehalten und wieder ausbringen zu können. Auch der Tausch von Saatgut innerhalb der bäuerlichen Gemeinschaften sowie die Weiterentwicklung verschiedener, vor allem lokaler Sorten spielt nach wie vor eine grosse Rolle. Die Vielfalt der Pflanzensorten und Nutztierrassen, die wir heute vorfinden, haben wir der jahrtausendelangen Selektionsarbeit der Bauerngemeinschaften und Hirtenvölker zu verdanken. Nun versuchen multinationale Agrarkonzerne, diesen Reichtum unter ihre Kontrolle zu bringen.
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