15. September 8. Der Konflikt zwischen der tschadischen Regierung und der Weltbank über die Verwendung der Erdöleinnahmen schwelte seit Jahren. Im Juli 2006 hatte sich die Regierung nach langen Auseinandersetzungen verpflichtet, 70% der Erdöleinnahmen für Programme zur Armutsbekämpfung in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft, Infrastruktur, Minenräumung und für eine gute Führung der Staatsgeschäfte einzusetzen. Das Abkommen sah ausserdem eine verstärkte Unterstützung des „Kontrollgremiums“ vor, das die Verwendung der Einnahmen überwachen sollte.
Die Organisationen der tschadischen Zivilgesellschaft, die von SWISSAID unterstützt werden, haben bei den Bemühungen um eine demokratische Verwendung der Erdöleinnahmen eine zentrale Rolle gespielt. Im Laufe der Jahre sind sie zu kompetenten und anerkannten Gesprächspartnern geworden. Von Anfang an standen regierungsunabhängige Organisationen der Ölförderung im Tschad jedoch skeptisch gegenüber. Obwohl die Weltbank ihr ganzes Gewicht in die Waagschale geworfen hat, um zu zeigen, dass die Ölförderung auch den Armen nützt, war eine demokratische Verwendung der Öleinnahmen offenbar nicht möglich. Wie in vielen anderen ölproduzierenden Staaten haben die begehrten Petrodollars vor allem die Korruption gefördert und die politischen Auseinandersetzungen verschärft.
SWISSAID befürchtet, dass die Regierung von Idriss Déby in Zukunft die Mehrheit der Öleinnahmen in den Kauf von Waffen stecken wird. Und der Erdölsegen für die Bevölkerung auch im Tschad zum Fluch wird. Die Hoffnung, dass die Öldollars in Gesundheit und Bildung investiert werden, kann man wohl beerdigen.




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