SWISSAID hat in sieben Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens eine Kampagne zur Stärkung des einheimischen Saatguts lanciert. Die nationalen Kampagnen-Allianzen kämpfen für die Sortenvielfalt in der Hand der Bäuerinnen und Bauern und wehren sich gegen den zunehmenden Druck, Gentech-Saatgut anzubauen. Nach gut zwei Jahren Laufzeit zeigt die vor allem von bäuerlichen Basisgruppen getragene Kampagne beeindruckende Erfolge.
Nicaragua zum Beispiel kann auf über 160 kommunale Saatgutbanken verweisen, in denen die Bäuerinnen und Bauern 250 verschiedene Mais- und Bohnensorten aufbewahren. Bis zu 20 000 Familien setzen sich für den Erhalt dieser Vielfalt ein. Gegenüber der Regierung fordert die Kampagne, dass das lokale und traditionelle Saatgut, das am besten an die spezifischen Gegebenheiten vor Ort angepasst ist, auch in den nationalen Saatgutprogrammen Verwendung findet. Ganz nebenbei ist dies auch als Schutz gegen die Lieferungen von Gentech-Mais aus dem nördlichen Nachbarn USA von zentraler Bedeutung.
In Ecuador hat SWISSAID eine Datenbank erstellt mit Informationen zu 111 traditionellen Pflanzensorten. Sie dient unter anderem als Grundlage für die Veröffentlichung von Rezepten aus diesen traditionellen Sorten, die zum Teil bereits als verloren gegangen galten.
In Kolumbien findet mittlerweile fast täglich irgendwo im Land ein Saatgutmarkt, eine Produktemesse, ein gemeinschaftlicher, ritueller Saatguttausch, ein Seminar oder sonst eine Aktion statt, mit der das Saatgut selber, das Wissen darüber oder die vielfältigen Produkte daraus ausgetauscht werden. In Radiosendungen und Zeitungsartikeln wird über die Bedeutung dieses nationalen genetischen Erbes berichtet, dass es zu erhalten und zu nutzen gilt. Das indigene Volk der Zenúes verweist mit besonderem Stolz auf ihre Maisvielfalt. Um den Erhalt der Sorten zu garantieren haben die Zenúes ihr Territorium legal abgesichert als gentechfrei erklärt.
Ähnliche Aktivitäten finden in auch in den SWISSAID Programmen in Guinea-Bissau, Niger, Indien und Myanmar statt, denn das eigene Saatgut ist für die Bäuerinnen und Bauern eine Art Lebensversicherung. So zumindest drückt es Victor Salgado aus Kolumbien aus: „Das wichtigste in diesen schwierigen Zeiten ist die Ernährung aller. Dafür brauchen wir unsere Saatgutvielfalt.“




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